Sehnsucht nach Gott

Faith Impulse

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Dorothee Büürma

Pastorin, Erwachsenenbildung


Eine Betrachtung zum Monatsspruch für den Monat Juli 2022

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Psalm 42,3
Bibel

Im Gemeindebüro hängt über dem vor Kurzem verschobenen Schreibtisch an der Pinnwand die Liste mit den Monatssprüchen. Mein Blick fällt auf den Spruch für den Monat Juli – ich habe ihn orange-farbig markiert, damit ich ihn immer wieder vor Augen habe: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“

Darüber hängt ein Kalender mit Fotos aus Albanien/ Nordmazedonien und jeweils einem Bibelzitat. Derzeit sehe ich darauf Täuflinge aus Pogradec und den Spruch: 

Denn der HERR erforscht alle Herzen und versteht alles Dichten und Trachten der Gedanken.

1. Chronik 28,9
Bibel

Wieder darüber hängt ein Foto-Kalender mit Sprüchen von Wesley. Momentan:

Liebe, Lob und Gebet sind der Atem der Seele, die aus Gott geboren ist.

John Wesley
Methodistischer Theologe, Mitbegründer der methodistischen Kirche

Mir fällt auf, dass die drei Verse recht zufällig so auf meiner Pinnwand untereinander angeordnet sind. Und dass sie sich doch gedanklich schön verbinden lassen. 

Was bedeutet es denn, durstig zu sein? 

Vor allem: durstig nach dem lebendigen Gott?
Es bedeutet, dass in dieser durstigen Seele eine Leere ist, ein Raum, der von Gott noch mehr gefüllt werden kann und soll. Da ist eine tiefe Sehnsucht nach mehr Nähe zu Gott ausgedrückt.

Das Bild verstehe ich – doch daneben steht für mich auch die Glaubensgewissheit, dass Gott uns Menschen immer nahe ist; dass Gott sich nicht von uns abwendet, auch wenn wir es manchmal vielleicht so empfinden. Diese Gewissheit der Gottesnähe, ja der Verbundenheit mit Gott, wird uns in der Taufe zugesprochen. Wie ein Siegel, wie ein Segen, bestärkt uns die Taufe darin, dass wir zu Gott gehören und dass Gott für uns da ist. Gott ist uns so nah, dass all unsere Gedanken und Herzensgefühle ihm schon bekannt sind. 

Gott ist uns so nah wie die Luft, die wir ein- und ausatmen. Gottes Geist wird im Hebräischen mit dem Symbol des Atems, ruach, beschrieben. Es drückt die natürliche Nähe und Verbundenheit zwischen Gott und Gottes Geschöpfen aus. Es drückt auch aus, dass wir Menschen auf Gott angewiesen sind, wie auf die Luft, die wir atmen. 

Es ist heilsam, sich in Atemübungen bewusst zu machen, wie gut es uns tut, tief ein- und auszuatmen. Die vollen Lungen geben uns das Gefühl, kraftvoller und schwungvoller zu sein. Als Blasmusikerin und ehemalige Sängerin weiß ich, welch eine Kraft, welch einen wundervollen Klang, gut gefüllte Lungen in Verbindung mit der richtigen Atemtechnik erzeugen können. 

Wenn nun die leeren, durstigen Räume der Seele mit Liebe, Lob und Gebet gefüllt werden, welch eine Kraft kann davon ausgehen! 

Dann entsteht aus der Leere, der Sehnsucht und der Kraftlosigkeit ein laut tönender Wohlklang, der die Herzen berührt. Dann sprühen Liebe, Lob und Gebet förmlich aus uns heraus und zeugen von Gottes Nähe zu uns und den Menschen um uns herum. Dann ist Gott als lebendiger Gott spürbar, der uns mit Lebensfreude und Hoffnung erfüllt.

In diesem Sinne wünsche ich euch und Ihnen einen erfüllten und erfüllenden Sommer!

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