Diakonie fordert Un­ter­stüt­zung für Flücht­lin­ge an polnisch-belarus­si­scher Grenze

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Kritik an Pushbacks an EU-Grenzen

Kritik an Pushbacks an EU-Grenzen

Wien (epdÖ) – Die Diakonie fordert die politisch Verantwortlichen in ganz Europa auf, dem Flüchtlingselend an der polnisch-belarussischen Grenze endlich ein Ende zu setzen. „Wir sind schockiert von der humanitären Tragödie, die sich dort derzeit ereignet. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, diesen Menschen in Not jetzt sofort zu helfen“, mahnt Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser anlässlich des Welttags für Menschenrechte (10. Dezember) in einer Aussendung. Mindestens zehn Personen, darunter Kinder, seien bereits ums Leben gekommen. Gemeinsam mit über 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa richtet die Diakonie einen dringenden Appell an Polen, Litauen, Lettland und alle anderen EU Staaten, ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten und Hilfsorganisationen zu den seit Wochen im Grenzgebiet festsitzenden Personen zu lassen. (www.ecre.org)

„Geschützt werden müssen Menschen, nicht Grenzen. Menschenrechte und staatliche Souveränität sind kein Widerspruch“, so Moser: „Natürlich darf ein Staat seine Grenzen kontrollieren. Was er aber nicht darf, ist, Menschen, die an seiner Grenze um Asyl bitten, einfach zurückstoßen.“ Wer Asyl an der Grenze beantragt, müsse einreisen dürfen und ein Asylverfahren bekommen. Es gebe keine Garantie auf Asyl, aber eine europäische Garantie auf ein faires Asylverfahren, so die Diakonie-Direktorin.

„Wir erleben derzeit an mehreren Stellen an den EU-Außengrenzen eine nie dagewesene Anzahl an Pushbacks, von illegalen, meist sehr gewaltsamen Zurückweisungen, ohne dass die Geflüchteten Asylanträge stellen könnten“, sagt Moser weiter. In Griechenland würden Menschen, die bereits in Sicherheit waren, auf dem Meer ausgesetzt. In Kroatien würden sie gedemütigt, beraubt, oftmals schwer misshandelt und zurück über die bosnische Grenze getrieben. Und in Ungarn würden Geflüchtete rechtswidrig nach Serbien zurückgeschickt, ohne Möglichkeit einen Asylantrag zu stellen.

Österreich sollte in dieser Situation nach Ansicht der Diakonie für eine begrenzte Zahl besonders vulnerabler Menschen, die an den Außengrenzen gestrandet sind, einen humanitären Korridor eröffnen: Sie würden mit humanitären Visa einreisen, und in Österreich könnte in Ruhe ihr Asylantrag geprüft werden. Zudem sollte Österreich Haltung zeigen gegenüber Ländern, die mit illegalen Pushbacks die europäischen Grundrechte missachten, fordert die Diakonie. Österreich solle ein Vertragsverletzungsverfahren bei der Europäischen Kommission gegen diese Länder beantragen, damit das Unionsrecht gewahrt bleibt.

 

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