Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes!

Glaubensimpuls

Bild von Dorothee Büürma
Dorothee Büürma

Pastorin, Erwachsenenbildung


 Predigt zur Erneuerung des Bundes mit Gott, inspiriert von Römer 8,31-39

Der Bibeltext, der in dieser Predigt (aus der BasisBibel) zitiert wird, kann hier nachgelesen werden.

Ich habe als Predigttext abweichend von der vorgesehenen Leseordnung unserer Kirche heute einen Abschnitt aus dem Römerbrief gewählt. Eigentlich hätte es sich gelohnt, das ganze 8. Kapitel zu lesen, denn es ist reich an Ermutigung und Hoffnung für uns.

Bundeserneuerung & Römer 8

Für die Erneuerung unseres Bundes mit Gott soll über allem der Satz stehen: 
„Ich bin zutiefst überzeugt: Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen.“ (Römer 8, 38)
Darum geht es, wenn wir vom Bund Gottes mit den Menschen sprechen.

Gottes Bund in der Geschichte seines Volkes

Der Gott, der sein Volk seit Jahrtausenden begleitet, wie wir in den Schriften des Alten Testaments lesen, ist ein Gott, der zutiefst mit den Menschen verbunden sein möchte. 
Unsere westliche christliche Tradition hat Gott oft als den unnahbaren Herrscher auf dem hohen Himmelsthron, hinter einem goldenen Zaun dargestellt, zu dem nur diejenigen gelangen, die es sich während ihres Lebens mit guten Taten verdient haben.

Doch der Gott Israels ist ganz anders. Er ist der Gott, der sich Mose im Dornbusch offenbart. Er ist der Gott, mit dem Jakob persönlich ringt. Er ist der Gott, von dem Hagar in der Wüste sagt: Du bist ein Gott, der mich sieht! 

Der Bund Gottes mit den Menschen wird im Laufe der Geschichte seines Volkes immer wieder neu von den Menschen angenommen und auch immer wieder abgelehnt. 
Doch Gott ist ihnen deshalb nicht fern. Immer wieder will er mit den Menschen in Verbindung treten. 
Sehr zum Leidwesen mancher Propheten (beispielsweise Jona), ist Gott immer wieder gnädig und bietet immer wieder Neuanfänge an. 

Gottes Bund in Christus

In Jesus Christus nimmt Gottes Bund Gestalt an. Es wird für die Menschen ganz deutlich sichtbar: Gott schätzt die Menschen so sehr, dass er selbst in Menschengestalt seine göttliche Liebe auf menschliche Weise zeigt. Er tritt in zwischenmenschliche Beziehung mit denen, die sich auf seine Einladung einlassen. 

Die Geschichten über Jesu Leben und Wirken in den Evangelien machen schon deutlich, was der Apostel Paulus noch mehr ausweitet: Der Bund Gottes gilt in Jesus Christus nicht mehr nur dem historischen Volk Israel, sondern allen Menschen, die sich auf seinen Bund einlassen wollen. 

„In Christus Jesus, unserem Herrn, hat Gott uns diese Liebe geschenkt.“ (Römer 8,39)

In seinem letzten Mahl mit den Jüngern hat Jesus diesen neuen Bund mit den Zeichen von Brot und Kelch bekräftigt: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Der neue Bund Gottes ist mit dem Leben, Sterben und mit der Auferstehung Jesu besiegelt. Er gilt nun in alle Ewigkeit, über die Grenzen unseres menschlichen Verstandes oder unseres Wissens hinweg.

Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen –

nicht der Tod und auch nicht das Leben,

keine Engel und keine weltlichen Mächte,

nichts Gegenwärtiges und nichts Zukünftiges …

Römer 8,38
BasisBibel

Ein Bund ist mehr als ein rechtsgültiger Vertrag

Gottes Zusage ist eindeutig: Sein Bund ist sein „Ja“ zu uns.
Es liegt nun an uns Menschen, was wir mit diesem Angebot anfangen.

Im Römerbrief versucht Paulus mit Beispielen und Worten des römischen Rechtsverständnisses auszudrücken, dass Gottes Liebe zu den Menschen nicht in einem Vertrag oder einer rechtlichen Vereinbarung angeboten wird:

Da sind keine Vertragsklauseln, die man erstmal durchlesen muss, um sich auf ein Leben mit Gott einzulassen.

Da gibt es kein Kleingedrucktes voller Einschränkungen oder Vorschriften.

Da gibt es auch keine Kündigungsfrist und keine Probezeit.

Da gibt es kein Strafverfahren, wenn wir uns von Gott abwenden und den Bund nicht einhalten.

„Wenn Gott für uns ist, wer kann sich dann noch gegen uns stellen?“ (Römer 8,31), fragt Paulus. Und er antwortet darauf: niemand und nichts!

Was ist denn dann Gottes Erwartung an uns Menschen?
Er will mit uns verbunden sein. 
Was bedeutet das für uns?

Der Bund ist eine Entscheidung

Am vergangenen Sonntag hat mein Grazer Kollege Frank Moritz-Jauk hier in Salzburg über Entscheidungen gepredigt. Die Predigt ist mit dem Titel „Unsere Gemeinden sind die Hoffnung der Welt“ noch nachzulesen. 
Er hat uns aufgefordert: „Manchmal muss man sich aktiv für etwas entscheiden. 
Entscheiden für das Leben. 
Entscheiden für die Hoffnung. 
Entscheiden für Gott und den Glauben an Jesus Christus.“

Ein Bund kann nur zustande kommen, wenn beide Bundespartner*innen einwilligen. Gottes Entscheidung ist ein klares „JA“ zu uns Menschen.
Wenn wir zu Jahresbeginn unseren Bund mit Gott erneuern, dann sind wir eingeladen, unser „JA“ für dieses Jahr als Antwort zu geben. So kommt der Bund zustande.

Superintendent Stefan Schröckenfuchs beschreibt es in seinem aktuellen Gemeindebrief so: "Die eine Seite des Bundes ist Gottes Verheißung, dass er in uns und durch uns all das erfüllen will, was er in Jesus Christus… zugesagt hat.“ Und weiter: "Die andere Seite des Bundes ist unsere Verpflichtung, nicht mehr für uns selbst, sondern für ihn zu leben; denn er hat uns geliebt …" Es ist eine Herausforderung, die darin besteht, nicht zu meinen "mich selbst verwirklichen" zu müssen, sondern mich leiten zu lassen an den Platz, an den Gott mich stellen will.“

Was bedeutet es dann, wenn wir uns auf den Bund mit Gott einlassen?

In einer Welt, die den Anschein macht, dass man immer unverbindlicher leben kann, sind wir als Christ*innen zur Verbindlichkeit und zur Verbindung mit Gott eingeladen.

Als Christ*innen treten wir in diese Verbindlichkeit ein, wenn wir in Gottes Namen miteinander Gottesdienst feiern. Wenn wir regelmäßig miteinander beten und versuchen biblische Texte besser zu verstehen, dann spüren wir die Verbundenheit miteinander und mit Gott.

Dann wollen wir uns auch außerhalb der Gottesdienste an verschiedenen Orten und auch in kleineren Gruppen treffen, zum Beten oder Bibellesen, zum geselligen Miteinander, zum Singen oder Spielen, zum Essen, usw. Also zu allem, was die Verbundenheit in Gottes Liebe fördert! 
Wir wollen einander Hilfe anbieten, wo wir helfen können. 
Wir wollen aneinander denken und füreinander beten. 
Wir wollen Gemeinschaft pflegen durch unsere Nächstenliebe und Fürsorge. 

All das ist auch ein Ausdruck der Gnade Gottes.
All das schafft Verbundenheit mit Gott.
All das ist ein Dienst für Gott.

Und in alledem gibt uns Gott seine unendliche Liebe, seine gnädige Zuwendung und seinen Segen.

Amen.

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