EmK Ungarn und Rumänien bilden ge­mein­sa­me Jährliche Konferenz

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Ziemlich genau vor einem Jahr wollten sich die rumänischen Methodisten von der EmK trennen. Jetzt schließen sie sich der Jährlichen Konferenz Ungarn an.

Im Bild: Bischof Stefan Zürcher mit Übersetzer bei einer Veranstaltung der Jährlichen Konferenz Ungarn der Evangelisch-methodistischen Kirche in Szeged.

Vom 13. bis 16. April 2023 fand im südungarischen Szeged und im rumänischen Comșești die Jährliche Konferenz Ungarn der Evangelisch-methodistischen Kirche statt. An der Tagung des für Ungarn zuständigen Kirchenparlaments nahmen erstmals auch Delegierte des EmK-Distrikts Rumänien teil.

Die Methodisten Ungarns und Rumäniens arbeiten enger zusammen

Die ungarischen Konferenzmitglieder beschlossen, die erstmals an der Konferenz teilnehmenden Delegierten aus Rumänien als stimmberechtigte Mitglieder willkommen zu heißen. Gleichzeitig wurde ein Prozess angestoßen mit dem Ziel, zusammen mit den Verantwortlichen aus Rumänien bis zur Jährlichen Konferenz im kommenden Jahr einen Vorschlag zu unterbreiten, wie die beiden Distrikte künftig zusammenarbeiten wollen. Die evangelisch-methodistische Arbeit in Rumänien ist klein und vergleichsweise jung: vier Standorte mit drei Pastoren.

Die jetzt aufgenommene Zusammenarbeit mit der Jährlichen Konferenz Ungarn erfolgte, weil der Distrikt Bulgarien im vergangenen Jahr unter Missachtung des Kirchenrechts die EmK verließ. Für den Distrikt Rumänien, der zuvor mit dem Distrikt Bulgarien eine Jährliche Konferenz bildete, war es dadurch nötig geworden, sich mit einer anderen Jährlichen Konferenz zu verbinden. In seinem Bericht an die Konferenz drückte der rumänische Superintendent Rares Calugar die große Freude der rumänischen Delegation aus, an der Jährlichen Konferenz Ungarn teilnehmen zu können.

László Khaled, der ungarische Superintendent, lud ein, in der aktuell herausfordernden und viel Unsicherheit auslösenden Zeit, auf Jesus zu hören. Von ihm, so Khaled, kommen Leben und Erneuerung – auch für die Kirche.

Ermutigende Entwicklungen

Die ungarischen Methodisten feiern in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen der methodistischen Arbeit im Land. In seinem kurzen Rückblick erwähnte der Superintendent Krisenzeiten, ausgelöst durch politische Entwicklungen oder interne Probleme, aber auch Zeiten der Erneuerung und des Aufbruchs. Eine schöne Entwicklung, die vor zehn Jahren ihren Anfang nahm, ist die Leitung von zwei Schulen mit über tausend Schülern. Das gibt die Möglichkeit, als Kirche vom Evangelium her bewusst auch geistliche und missionarische Akzente zu setzen.

Vertiefte Einblicke in die Arbeit in Ungarn gab vor allem auch der Bericht der Missionskommission. In dieser sind verschiedene Arbeitszweige zusammengefasst: die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Arbeit der Frauen und unter den Roma, aber auch die Medien- und Publikationsarbeit sowie der Bereich Gemeinde-Partnerschaften. Ein Highlight im vergangenen Jahr war das »Family Camp« mit rund 250 Teilnehmern. Auch eine Online-Teilnahme sei möglich gewesen. Außerdem seien Camps und Rüstzeiten von unterschiedlichen Gruppen durchgeführt worden.

Abschied und Neuanfang

An einem Festabend standen drei Personen im Mittelpunkt. In den Ruhestand verabschiedet wurden Pastor István Szuhánszky und der scheidende Bischof Patrick Streiff. Herzlich begrüßt wurde Streiffs Nachfolger Stefan Zürcher. Von seinem Dienstsitz in Zürich aus ist der neue Bischof auch für die Methodisten in Ungarn und Rumänien zuständig.

Ortswechsel mit drei Premieren

Ein Höhepunkt war der rund 300 Kilometer östlich von Szeged durchgeführte Abschluss der Konferenztagung. Gleich drei Premieren unterstrichen die Besonderheit dieses Festtages im rumänischen Dorf Comșești, das etwa fünfzehn Kilometer südlich der Großstadt Cluj-Napoca liegt. Zum ersten Mal wurde dort der Sonntagmorgen-Gottesdienst in der neuen Kirche gefeiert. Außerdem gab es die erste methodistische Ordinationsfeier in Rumänien, und für den neuen Bischof war es die erste durch ihn ausgeführte Ordination. Ordiniert wurde Samuel Goia als dritter evangelisch-methodistischer Pastor in Rumänien. Dazu reiste eine Delegation aus Ungarn mit, um so ihren Willen und ihre Freude auszudrücken, einen gemeinsamen Weg zu gestalten. Es war ein fröhliches Feiern in dieser Roma-Gemeinde. Dass ausgerechnet »ihr« Pastor ordiniert wurde, trug dazu bei, dass die Festfreude noch größer war.

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen


Der Autor

Stefan Zürcher ist Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa. Sein Dienstsitz ist in Zürich. 

Zur Information

Die Evangelisch-methodistische Kirche in Ungarn und Rumänien
Vor 125 Jahren begann in Ungarn methodistische kirchliche Arbeit. Heute gibt es dort 28 Gemeinden mit rund fünfhundert Kirchengliedern und vierzehn aktive Pastoren. Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien (Sommercamps, Arbeit in Schulen, Radio- und Fernsehsendungen) sowie vielfältige diakonische Projekte für alte Menschen, Roma, Menschen mit Suchtkrankheiten und Gefängnisinsassen gehören zu den Schwerpunkten des kirchlichen Dienstes. Außerdem engagiert sich die EmK stark in der Ökumene.

www.metodista.hu (ungarisch); deutsch-sprachige Information

Die Anfänge der heutigen methodistischen Arbeit in Rumänien reichen in das Jahr 1995 zurück. Eine erste Gemeinde entstand in Cluj-Napoca. Die Verantwortlichen beschlossen 2011, sich der Evangelisch-methodistischen Kirche anzuschließen. Die kirchliche Arbeit umfasst drei Gemeinden mit rund dreißig Kirchengliedern und drei aktiven Pastoren.

Von Seiten des rumänischen Staates ist die EmK als NGO (nicht-staatliche Organisation) anerkannt – sowohl mit sozial-diakonischen als auch mit religiösen Arbeitszweigen. Unter anderem werden Waisen, Teenager und Jugendliche, Krebspatienten, aber auch Geflüchtete aus der Ukraine betreut und begleitet. Außerdem betreibt die Kirche ein Hotel mit Kirchenräumen als Gemeinschaftszentrum. Die EmK pflegt enge ökumenische Beziehungen zur Griechisch-Katholischen Kirche, zur ungarisch-sprachigen Reformierten Kirche, zur deutsch-sprachigen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie zur »Lords Army«, einer Erneuerungsbewegung innerhalb der Rumänisch-Orthodoxen Kirche.

www.bisericametodista.ro (rumänisch); deutsch-sprachige Information

Bild von Dr. Stefan Zürcher

Dr. Stefan Zürcher

Bischof Mittel- und Südeuropa

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