Bischof Khegay bezieht im Interview Position

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Der methodistische Bischof für Eurasien, Eduard Khegay, hat sich auf Facebook immer wieder zum Krieg Russlands gegen die Ukraine geäußert. Nun spricht er in einem Interview über seine persönliche Situation, die Lage in Russland und die Herausforderungen für die Methodistenkirche in seinem Bischofsgebiet.
Der methodistische Bischof für Eurasien, Eduard Khegay, im Interview zur Lage in Russland und den Herausforderungen für die Methodistenkirche in seinem Bischofsgebiet.

Nachdem sich in Russland das Verbot von Instagram und Facebook abzeichnete, hat der für das Gebiet von Eurasien zuständige methodistische Bischof Eduard Khegay begonnen, einen alternativen Kommunikationskanal aufzubauen. Er hat auf dem Kurznachrichtendienst »Telegram« einen Kanal eröffnet und fordert auf, 🔗ihm dort zu folgen.

Eingeladen zum Gespräch

Auf Telegram hat er nun jüngst auch ein in englischer Sprache geführtes Interview geteilt, in dem er über den Krieg in der Ukraine spricht. Eingeladen dazu hat ihn Fred Vanderwerf, Superintendent einer methodistischen Synode in den USA. Die beiden sind auch durch eine persönliche Freundschaft verbunden. Fred Vanderwerf und seine Frau Stacy waren acht Jahre lang als Missionare in der Ukraine tätig.

Auf beiden Seiten

Bischof Khegay spricht mit Vanderwerf darüber, wie er in seiner Verantwortung für die Methodistenkirche in Eurasien die Situation erlebt. Der Bischof gibt Einblicke in die Situation in Russland, aber auch in die Herausforderungen für die Kirche, die auf beiden Seiten des Konflikts Kirchenglieder hat.

Klartext: Krieg

Im Gespräch scheut sich der Bischof nicht, seine eigenen Positionen klar zu markieren. Seit Beginn des Krieges hätten viele wichtige Personen in Russland den Krieg öffentlich verurteilt – und auch von einem »Krieg« gesprochen, wie auch er selbst es tue. Sich selbst bezeichnet er als russischen Patrioten. »Ich befürworte viele der politischen Handlungen unserer Regierung. Doch ich kann niemals einen Krieg gutheißen«, sagt er. Wütend sei er jedoch auch auf die Nato und ihre Expansionspolitik, die mitverantwortlich sei für die Eskalation des Konflikts.

Klartext: Hilfe für Ukrainer:innen

Klar bleibt der Bischof auch darin, wohin nun die Hilfe fließen müsse. Natürlich würden aktuell in Russland die Preise steigen. Doch leiden würden die Menschen in der Ukraine. Diese bräuchten Hilfe. Ermutigend ist für den Bischof, dass und wie das methodistische Netzwerk hier schnell und gut Hilfe ermöglicht – sowohl für die Binnenflüchtlinge in der Ukraine, als auch für jene, die weiter in den Westen fliehen.

Redefreiheit?

Ob er sich Sorgen mache um sich selbst, wenn er so klar gegen diesen Krieg Stellung beziehe, fragt Vanderwerf seinen Gesprächspartner. Der Bischof antwortet nachdenklich. Da gebe es nun diese »verrückten Gesetze«. Wie die umgesetzt würden, müsse man sehen. »Doch wenn die Freiheit der Rede, die Freiheit zur Diskussion hier nicht mehr gegeben ist, dann muss ich eben ins Gefängnis.«

Bischof im Kreuzfeuer

Im Gespräch wirkt Bischof Khegay sehr nachdenklich und auch müde. Vielleicht eine Folge der zahlreichen Angriffe, denen er ausgesetzt ist – auch aus den eigenen Reihen. Der Eingang seines Mailpostfachs sei jeden Tag voll. Da gebe es sowohl von ukrainischen wie auch von russischen Methodist*innen Mails, in denen er persönlich hart angegriffen werde. Es sind sehr aufreibende Zeiten für den Bischof persönlich und für die Methodistenkirche in Eurasien. 

S. F.
Beitragsbild: Emk-schweiz.ch

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