Schweiz: Die Me­tho­dis­ten werden digitaler

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Die Jährliche Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz – Frankreich – Nordafrika (EMK) fand vom 17. bis 20. Juni 2021 in »hybrider« Form statt.

 Die Jährliche Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz – Frankreich – Nordafrika (EMK) fand vom 17. bis 20. Juni 2021 in »hybrider« Form statt. Die Delegierten verständigten sich auf die Grundlagen des zukünftigen Ressourceneinsatzes. Sie diskutierten ein Szenario, möglichst eine Kirche zu bleiben – trotz unterschiedlicher Ansichten zum Umgang mit Homosexualität. Die Rechnung des Jahres 2020 schloss mit einem Überschuss.

Normalerweise nehmen an der Jährlichen Konferenz rund 300 Delegierte – sowohl Pfarrpersonen als auch Laienmitglieder – aus den Kirchgemeinden der Schweiz, Frankreichs, Belgiens und Nordafrikas teil. Sie sind paritätisch stimmberechtigt. Coronabedingt fand diese Jährliche Konferenz in hybrider Form statt. Ein Teil der Delegierten konferierte vom 17. bis 20. Juni in der Expohalle in Thun, der andere Teil nahm via Zoom an der Tagung teil.

Konferenzstudio

Zusätzlich konnten Interessierte die öffentlichen Teile der Tagung via Livestream auf dem YouTube-Kanal der EmK verfolgen. Hier wurden aus dem eigens eingerichteten Konferenzstudio in moderierten Gesprächen Konferenzinhalte vertieft und eingeordnet. Das ermöglichte Interessierten, die der EmK nicht so nahestehen, die »methodistischen Besonderheiten« nachzuvollziehen.

»Hybride Kirche«

Neben kirchlichen Gemeinschafts- und Aktionsformen mit Präsenz vor Ort sollen neue, digitale Formen kirchlicher Gemeinschaft entstehen, die auf den Erfahrungen während der Coronazeit aufbauen. Dafür sind finanziell, personell und strukturell neue Schwerpunktsetzungen notwendig. Mit Hilfe einer bereits geschaffenen Stelle und eines Video-Studios werden die Kirchgemeinden im Prozess hin zu einer »hybriden Kirche« unterstützt.

Kriterien für den zukünftigen Ressourceneinsatz

Der Einsatz der Ressourcen in den Kirchgemeinden, Bezirken und der Gesamtkirche soll zukünftig anhand verschiedener Kriterien gesteuert werden. Das Ziel ist, dass die jeweilige Arbeit entweder aus-, um- oder abgebaut wird. Den Status Quo beizubehalten, soll nicht möglich sein. Die Grundlagen für diesen dreijährigen, sich wiederholenden Prozess wurden von den Delegierten gutgeheißen, die genaue Umsetzung muss noch definiert werden.

Zukunft der Methodistenkirche in der Schweiz – Frankreich – Nordafrika

Die Delegierten diskutierten Intensiv und teilweise kontrovers den Vorschlag »Szenario Kaleidoskop«, den eine Spurgruppe zur Zukunft der Methodistenkirche vorgelegt hatte. Dieser Vorschlag sieht vor, dass möglichst viele Mitglieder und Kirchgemeinden in der EmK bleiben können trotz unterschiedlicher Haltungen zu Fragen der Homosexualität. Zu diesem Zweck wurde eine Person eingesetzt, die die Anliegen der traditionell denkenden Methodisten koordiniert.

Entscheidung im Jahr 2023

Mit dem Vorschlag soll eine mögliche, für das Jahr 2022 bevorstehende Trennung der weltweiten Methodistenkirche (United Methodist Church – UMC) aufgrund unterschiedlicher Ansichten zu Homosexualität vermieden werden. Dafür sollen die Ausrichtungen der Kirchgemeinden und der Pfarrpersonen bei den Dienstzuweisungen berücksichtigt und diskriminierende Abschnitte der Kirchenordnung entfernt werden.

Die Jährliche Konferenz Schweiz – Frankreich – Nordafrika wird voraussichtlich im Jahr 2023 ihrerseits entscheiden müssen, ob und gegebenenfalls wie es auch bei ihr zu einer Trennung kommt. Bis dahin haben die Kirchgemeinden Zeit, ihren jeweiligen Standpunkt zu finden.

Jahresrechnung 2020 mit Überschuss

Die EmK erhält keine Kirchensteuer, sondern finanziert sich aus den freiwilligen Zuwendungen ihrer Mitglieder und Freunde. Diese Spenden machen etwa 13 Millionen Franken pro Jahr aus. Trotz der Einschränkungen in der Coronazeit gab es im Jahr 2020 keinen nennenswerten Rückgang der Spenden. Allerdings gibt es ein strukturelles Problem: Der Jahresüberschuss von knapp 850 000 Franken kommt nur durch Liegenschaftserträge und außerordentliche Erträge aus Immobilienverkäufen zustande. Die Spenden alleine reichen nicht aus, die kirchliche Arbeit in den Gemeinden zu finanzieren.

Networking und Begegnungen

Die Konferenz diente ebenfalls der Pflege des Netzwerkes und bot Möglichkeiten für informelle Gespräche. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in einer Feierstunde begrüßt, Jubilare gewürdigt. Die »Young Night« der jungen Methodisten fand gemäß den den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit in Präsenzform statt. Im in viele Kirchgemeinden übertragenen Festgottesdienst am Sonntag mit einer Predigt von Bischof Streiff wurden neue Pfarrerinnen und Pfarrer in ihre Ämter eingesetzt.

Mehr Infos: Homepage der EmK Schweiz

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