"Wir setzen öffentlich Zeichen gegen Homo-, Bi- und Transphobie – und kämpfen in unseren Religionsgemeinschaften für ein Ende von Ablehnung und Diskriminierung", schreiben die Vertreter der Initiative Religions for Equality. Foto: wikimedia/KHLint/cc by sa 2.0

“Kämpfen in Religionsgemeinschaften für Ende von Ablehnung”

Wien (epdÖ) – Zum internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie (IDAHOBIT) am Sonntag, 17. Mai hat die Initiative “Religions for Equality” an die besondere Gefährdung von LGBTQI-Personen (homo-, bi-, trans- sowie intersexuelle und queere Menschen) erinnert. “Persönliche Gefühle von Ekel, Ablehnung oder Hass, staatliche Gesetze und religiöse Lehren sowie die Handlungen, die all dem entspringen, gefährden ihre seelische und körperliche Unversehrtheit, teilweise sogar ihr Leben”, schreiben der evangelische Superintendent von Niederösterreich, Lars Müller-Marienburg, der methodistische Pastor Matthew A. Laferty und der Rabbiner Lior Bar-Ami als Vertreter der Initiative.

In der Coronakrise hätten viele Menschen die Erfahrung gemacht, dass ihnen andere zur Bedrohung werden können. Sie hätten zum Selbstschutz temporär Freiheiten aufgegeben, im Wissen, dass die Krise ein Ende nehmen werde. LGBTQI-Personen aber erlebten andere Menschen nicht nur in Zeiten der Krise als potenzielle Bedrohung: Sie stünden “ständig vor der Frage, ob sie zum Selbstschutz auf die Freiheit verzichten, sich als die Menschen zu zeigen, die sie sind.”

In ihrer Erklärung betonen die Vertreter der Initiative, in ihren Religionsgemeinschaften einen Raum der Sicherheit und Freiheit für alle Menschen bieten zu wollen. “Wir stellen uns auf die Seite derer, die in Gesellschaft und Religionen Homo-, Bi- und Transphobie ausgesetzt waren und sind. Wir setzen öffentlich Zeichen gegen Homo-, Bi- und Transphobie – und kämpfen in unseren Religionsgemeinschaften für ein Ende von Ablehnung und Diskriminierung.”

„Religions for Equality“ versteht sich nach eigenen Angaben als freier Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Religionen und Konfessionen, die sich für die Gleichberechtigung von LGBTQI-Personen einsetzen. Bei der Parade der EuroPride 2019 in Wien stellte sie mit rund 150 Menschen eine der größten Fußgruppen der Parade.

Quelle: evag.at/epdÖ