Die Jugendwoche 2020 fand von 16.8.2020 - 22.8.2020 auf der Edtbauernalm, Huttererböden, in Hinterstoder OÖ statt. Teilgenommen haben 20 Jugendliche im Alter von 13 - 17 Jahren.

Angereist sind wir sonntagnachmittags bei schönstem Wetter. Es war zu Beginn ein wenig turbulent. Noch bevor alle die Zimmer beziehen konnten, mussten wir schon wegen Feueralarm unser Quartier verlassen.
Die Woche stand unter dem Thema „Kinder- und Jugendrechte“. Wir haben uns auf vielfältige Weise damit auseinandergesetzt: Weil dieses Thema so umfangreich ist, haben wir uns auf einzelne Aspekte beschränkt.
So standen am Montag Teambuilding-Spiele und Fußball auf dem Programm. Und das trotz zeitweisem Regen und dicken Nebelwolken, die über der Alm hingen. Die haben die Stimmung jedoch kaum getrübt. Es wurde viel gelacht und es wurde nie langweilig. Unser Abendprogramm war eine kurze Einführung ins Thema und die ersten Überlegungen, wie wir den gemeinsamen Tag mit der Kindergruppe am Mittwoch gestalten wollten. Mit den CoVid 19 - Vorschriften und der Vorgabe Abstand zu halten, war das eine echte Herausforderung.
Dienstag beschäftigten wir uns mit Kindern und Jugendlichen in der Arbeitswelt:
Dem Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung (zB Kinderarbeit) und damit zusammenhängend: Das Wohl des Kindes und der/s Jugendlichen (Artikel 3, Abs. 1). Außerdem haben wir uns mit dem Recht auf Leben, Überleben und Entwicklung – also der Existenzsicherung (Artikel 6) – beschäftigt. Das waren keine einfache Themen, allerdings sehr fesselnd und umfangreich. Wir haben einen Film über Kakao-Anbau gesehen und waren berührt, wie sehr Familien und Kinder unter dem System leiden: Kinder müssen arbeiten, damit alle überleben. Sie können daher nicht in die Schule und werden auf Grund der mangelnden Bildung nie aus dem System, das sie unterdrückt, ausbrechen können.
Abends saß ein Teil der Jugend immer wieder im Speisesaal und hat gemeinsam gespielt. Die lustigen und unterhaltsamen Abende waren leider viel zu schnell vorbei.
Am Mittwochvormittag haben wir mit der Kinderwochen-Gruppe gemeinsames Programm gemacht. Es gab 4 Stationen zum Thema der Kinder- und Jugendrechte und eine Schnitzeljagd zum Abschluss. Mittwochnachmittag sind wir von der Alm in den Ort Hinterstoder gewandert. Sogar die Hartgesottenen hatten nachher einen Muskelkater. Wir haben die Strecke in 2 Stunden zurückgelegt. Eine Wanderung für die laut Hinweisen und Googlemaps 2 Stunden 35 min geplant ist. Dennoch haben wir viel Spaß und gehabt und uns die Zeit mit interessanten Gesprächen und viel Musik am Weg verkürzt.
Auch wenn in den ersten Tagen das Wetter sehr regnerisch war und uns zwang viel im Haus zu machen, waren es doch schöne Tage, die von Gemeinschaft und Miteinander geprägt waren.
Am Donnerstag war es endlich schön und so richtig warm: Der Vormittag ging mit heißen Diskussionen über Umwelt, Umweltschutz, Klimawandel… und dem Recht der Kinder auf eine intakte Umwelt schnell zu Ende. Ein Thema, das viele bewegt, wie auch die Friday for Future Bewegung zeigt. Noch vor dem Mittagessen ging es mit Lunchpaket wieder in den Ort Hinterstoder zum Schwimmen (diesmal mit der Gondel). Im Bad angekommen, haben wir uns einen schattigen Platz gesucht und der Großteil der Gruppe war mutig genug ins Wasser zu gehen. Die übrige Zeit haben wir uns mit den unterschiedlichsten Spielen vertrieben. Da die letzte Gondel immer um 16:30 fuhr, war das Schwimmvergnügen kurz und wunderschön. Am Abend war dann Disko angesagt. Jeder und Jede durfte sich ein Lied wünschen. Es war spannend wie viele unterschiedliche musikalische Stilrichtungen diese Playlist umfasste. Auf jeden Fall war es ein langer, schöner und anstrengender Abend.
Freitag war das Frühstück sehr ruhig, kaum jemand hat gesprochen, die Augen waren auf Halbmast und die Gespräche waren eher zurückhaltend. Viele haben auch schon darüber nachgedacht, dass es bald nach Hause geht. Damit waren immer sehr gemischte Gefühle verbunden.
Am Vormittag haben wir uns dann viel mit dem Recht auf Freizeit beschäftigt. Wir haben, angeleitet durch Chang Dae, entdecken dürfen, wie und wo unsere Freizeit fremdbestimmt ist und uns mehr Stress bereitet als wir gedacht haben. Wir haben in diesem Zusammenhang über Eigen- und Fremdbestimmung geredet und überlegt, ob es überhaupt noch Freizeit ist, wenn wir nicht frei entscheiden können, was wir wollen. Auch Kinderarbeit war noch einmal ein Thema, weil Kinderarbeit meist das Recht auf Freizeit ausschließt und Kinder nicht mehr Kind sein lässt.
Alle waren am Nachmittag mit Vorbereitungen für den Bunten Abend beschäftigt und so verging der Nachmittag schnell. Der Abend war spannend und abwechslungsreich. Alle haben in Gruppen einen Beitrag erarbeitet. Die Beiträge haben von Filmen über Sketches und Gesang bis zum Theaterstück gereicht.
Ich habe diese Freizeit sehr genossen, sie war spannend und sehr abwechslungsreich. Unsere Gemeinschaft durfte ich als achtsames Miteinander erleben. Herzlichen Dank an alle, die diese Freizeit möglich gemacht haben, im Speziellen Eike für die Leitung und Maria, die das Präventionskonzept ausgearbeitet hat.
Text: Rosmarie Sonnleithner, Fotos Natalie Scherer