Ab 15. Mai sind wieder öffentliche Gottesdienste unter bestimmten Bedingungen möglich. Das wurde seitens der Bundesregierung zu Wochenbeginn bekannt gegeben. Welche Rahmenbedingungen dabei zu berücksichtigen sind wurde - wie den Medienberichten zu entnehmen war - am Mittwoch, 22.4., in einer Videokonferenz zwischen Bundesministerin Raab und Vertretern der Religionsgemeinschaften vereinbart.

Konkret sollen künftig jedem Gottesdienstbesucher und jeder Gottesdienstbesucherin 20 Quadratmeter Raum zur Verfügung stehen und bei Personen aus unterschiedlichen Haushalten ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Dazu seien Einlasskontrollen und Ordnerdienste einzurichten. Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes sind dazu angehalten, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ausgenommen sind Kinder unter 6 Jahren. In jedem Fall sollen Oberflächen und benutzte Gegenstände regelmäßig desinfiziert werden.

 

Update: am 28.4. wurde die Vorgabe auf 10 m2 / Gottesdienstbesucherin bzw. Gottesdienstbesucher korrigiert. Die EmK prüft derzeit, welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Bis zum Pfingssonntag (31.5.) wird der Fokus jedenfalls weiter auf den Online-Angeboten und Hausgottesdiensten liegen. 

 

Die vereinbarten Richtlinien sind so gewählt, dass die Gefahr eines neuerlichen Anstiegs der Corona-Infektionsrate möglichst gering bleibt. Seitens Bundesministerin Raab wurde die Evaluierung dieser Maßnahmen alle 14 Tage angekündigt, sodass es bei einem positiven Verlauf zu weiteren Erleichterungen kommen könne. Eine Ausweichmöglichkeit könnte künftig auch darin bestehen, wie auch von Bundesministerin Raab in Aussicht gestellt, Gottesdienste unter freiem Himmel unter Einhaltung der Abstandsregeln zu feiern.

Konsequenzen für die EmK-Gemeinden

Welche Konsequenzen sich daraus für das gottesdienstliche Leben in den EmK-Gemeinden ergeben, darüber haben die Pastor*innen heute, Donnerstag, ebenfalls in einer Videokonferenz beraten. „Wir freuen uns, dass es erste vorsichtige Schritte hin zu einer Rückkehr auch des gottesdienstlichen Lebens gibt, und dass damit Perspektiven geschaffen werden. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass ein Öffnung der Kirchen für den öffentlichen Gottesdienst derzeit noch an keinem unserer Standorte möglich ist.“, berichtet Superintendent Stefan Schröckenfuchs aus der gemeinsamen Besprechung. Grund dafür sei, dass in den EmK-Kirchen die Zahl an Personen, die gleichzeitig gemeinsam Gottesdienst feiern könnten, zu klein sei. „Es scheint uns wenig zielführend, öffentliche Gottesdienste anzubieten, wenn nur 4-10 Personen mitfeiern könnten. Wir haben uns deshalb darauf verständigt, den bisher eingeschlagenen Weg weiterzugehen: Auch im Mai werden wir wöchentlich Unterlagen für Hausgottesdienste zum Selbstfeiern bereitstellen und zu unserem gesamtösterreichischen Online-Gottesdienst einladen.“, so Schröckenfuchs. Für den Juni sei die Situation dann wieder neu zu bewerten. Die Möglichkeit von Outdoor-Gottesdiensten könnte in Zukunft an manchen Orten eine hilfreiche Option sein.

Hausgottesdienste und Blog werden gut angenommen

Als unmittelbare Reaktion auf die Einschränkungen des Gottesdienstlebens hat die EmK Österreich bereits im März mit dem EmK Blog (blog.emk.at) ein neues digitales Angebot geschaffen - mit Beiträgen in Deutsch und in Englisch. Mehrmals wöchentlich erscheinen auf diese Weise Glaubensimpulse, Kurzvideos, Podcasts und Anregungen für den Gottesdienst mit Kindern. Und es wird für jeden Sonntag ein Entwurf für einen Hausgottesdienst inkl. Predigt zur Verfügung gestellt. Dieser neue Blog wird gut angenommen. Insbesondere in der Karwoche wurden aussergewöhnlich viele Zugriffe auf die digitalen Angebote der EmK Österreich verzeichnet. Auch zu den Hausgottesdiensten, die auf Wunsch auch per Post oder E-Mail zugesandt gestellt werden, gibt es sehr positive Rückmeldungen. Und die Online-Gemeinde, die sonntags den Gottesdienst in Form einer Videokonferenz feiert, wächst.