Im Jahr 2021 feiert die EmK Österreich ihr 150-jähriges Bestehen. Als einen Teil der Vorbereitungen haben sich Pastor*innen und Laiendelegierte am vergangenen Samstag zu einem Studientag unter der Leitung des emeritierten evangelisch-lutherischen Bischofs Michael Bünker getroffen. Pastor Frank Moritz-Jauk berichtet:

Am wunderschönen Zahlendatum, nämlich dem Samstag den 22.02.2020, haben sich die Laiendelegierten zur Jährlichen Konferenz und die Pastorinnen und Pastoren zu einem Studientag in Linz getroffen. In Vorbereitung auf das Jubiläum 2021 – 150 Jahre EmK Österreich – hatten wir uns an der Jährlichen Konferenz 2019 in Graz auf einen dreijährigen Weg gemacht, um einige Kernfragen unseres Kirche-Seins in den Blick zu nehmen. Inspiriert haben uns dabei die Fragen Wesleys an die ersten methodistischen Konferenzen: What to teach? How to teach? What to do?

Michael Bünker und die Studiengruppe

An der Jährlichen Konferenz 2019 hatten wir uns unter der Fragestellung „What to teach?“ v.a. mit der Bibel beschäftigt – konkret mit der Frage, wie wir die Bibel lesen und in welcher Weise die Bibel uns bei der Bearbeitung ethischer Fragestellungen anleiten kann.

Jetzt beim Studientag haben wir nochmals die Frage „What to teach?“ aufgegriffen, aber einen anderen Fokus gesetzt. Einerseits ging es um die persönliche Fragestellung: Was ist das Zentrum (Herz) unseres Glaubens? Und welchen Rahmen brauche ich, um diesen Glauben leben zu können. Andererseits wollten wir uns auf Kerninhalte der Theologie Wesleys und Stärken der methodistischen Tradition fokussieren.

Der Tag begann mit einer Andacht und einer Kurzpredigt von SI Stefan Schröckenfuchs zum Thema Nachfolge. Anschließend hat uns der emeritiert Bischof Dr. Michael Bünker in die Fragestellung eingeführt und uns aufgefordert in Kleingruppen folgende drei Fragen zu bearbeiten: Was ist mir besonders wichtig in meinem Glauben? Was nährt diesen Glauben? Und wo finde ich dies in der Evangelisch-methodistischen Kirche? Die Ergebnisse wurden dann zusammengetragen und vier Kategorien zugeordnet. Gemäß dem Credo Wesleys „Über allem die Liebe“ lauteten diese: „Liebe und Gottesbeziehung“, „Liebe und Gemeinschaft“, „Liebe und Dienst am Nächsten“, „Liebe und …was uns sonst noch wichtig ist.“ Deutlich wurde in diesem Rahmen das zentrale Element der Gemeinschaft. In Gemeinschaft feiern und erfahren wir Gottes Nähe. Und gemeinsam üben wir uns in einer Haltung der Nächstenliebe.

Nach dem Mittagessen haben wir dann mit im Rahmen eines „Weltcafés“ die Überlegungen vom Vormittag weiter vertieft.

Das Ergebnis wird jetzt vom Vorbereitungsteam der Jährlichen Konferenz 2020 aufgearbeitet und in eine für die Gemeinden anwendbare Form gebracht. So sollen die Ergebnisse auch für die Gemeinden fruchtbar werden. Wie, damit wird sich die Jährliche Konferenz 2020 in Salzburg unter dem Motto How to teach beschäftigen.

Insgesamt war es ein sehr stimmiger, arbeitsintensiver Tag. Und die Tatsache, dass wirklich alle Laiendelegierten und alle Pastor*innen am Studientag teilgenommen haben, ist ein sehr hoffnungsvolles Zeichen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, unser methodistisches Profil benennen zu können. Damit können wir gut auf das anstehende Jubiläum 2021 zugehen.

Frank Moritz-Jauk, Lokalpastor in Graz

Kommission für Öffentlichkeitsarbeit der EmK Österreich

Foto: (c) Michael Bünker