Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche in Süddeutschland beschließt Strategie für Mission.

BAIERSBRONN (SCHWARZWALD)/HEILBRONN/ FRANKFURT AM MAIN – 19. Juni 2016 – Mit dem Konferenzgemeindetag ist am 19. Juni in Heilbronn die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz zu Ende gegangen. Seit dem 15 Juni hatten die rund 400 Delegierten des Kirchenparlaments der Evangelisch-methodistischen Kirche in Süddeutschland unter dem Thema »investieren« Weichen für die Arbeit in den kommenden Jahren gestellt getroffen.

Unsere Gaben vor Gott bringen

Auf das sehen, was wir haben, und nicht nur auf das, was uns fehlt – dazu ermutigte Bischöfin Rosemarie Wenner in ihrer Predigt im Ordinations-Gottesdienst. »Wir haben was zu geben«, sagte sie vor den rund 2.000 Besuchern in der redblue-Arena in Heilbronn. Auch Jesus habe bei der »Speisung der 5.000« (Markus 6) zuerst für das Wenige gedankt – und es dann geteilt. »Wenn Jesus ins Spiel kommt, dann ist die Liebe präsent, in der Gott sich in diese Welt hinein investiert.« Deshalb müssten auch wir nicht so tun, als hätten wir genug. »Es genügt, wenn wir das Wenige, das wir haben, zu Jesus bringen«, betonte Wenner. »Was wir haben, wird zur Segensgabe, wenn wir es von Jesu Liebe anreichern lassen.«

Mit Respekt und Vertrauen Menschen anderer Religionen begegnen

In einem Wort an die SJK hat Bischöfin Rosemarie Wenner die Gemeinden aufgerufen, aktiv die Begegnung mit Menschen aus anderen Religionen zu suchen. Sie werde zurzeit oft mit der Frage konfrontiert, »wie wir uns dem Islam gegenüber verhalten sollen«. Das habe sie zum Anlass genommen, einige Leitgedanken für »das Zusammenleben mit Menschen aus anderen Religionen und besonders mit Muslimen« zu formulieren. In besonderer Weise betont Wenner dabei die in den Sozialen Grundsätzen der EmK formulierte Überzeugung, »dass vor Gott alle Menschen den gleichen Wert haben«. »Wenn wir also gut wesleyanisch ›in allem die Liebe‹ walten lassen, werden wir verbinden anstatt zu spalten«, sagte Wenner. Dafür brauche es Begegnungen mit anderen religiösen Gruppen vor Ort, die von Respekt und Vertrauen zu Menschen aus anderen Religionen geprägt seien. In dieser Hinsicht »sind wir erst am Anfang«, beschreibt die Bischöfin die bisher nur von wenigen Gemeinden praktizierte Begegnung. Sie sei davon überzeugt, »dass Liebe die Furcht austreibt«. Menschen, die nach Deutschland kommen, solle der Wert der Religions- und Meinungsfreiheit vermittelt werden, denn viele Flüchtlinge kämen aus Ländern, in denen es weder Religions- und Meinungsfreiheit nicht gebe. »Sie wurden gelehrt, dass Menschen anderer Religionen weniger wert sind oder gar als Feinde zu betrachten sind.« Hier gelte es, in der persönlichen Begegnung den Wert unserer Freiheitsrechte deutlich zu machen.

Strategie für Mission und Gemeindewachstum

Mit überwältigender Mehrheit nahm die Konferenz ein Strategiepapier an, das die Superintendenten im Auftrag der SJK erstellt haben. Formuliert sind dort sieben Ziele, auf die sich die Arbeit der Gemeinden in den kommenden vier Jahren fokussieren sollte. Dabei soll im Vordergrund stehen, »Menschen zur Nachfolge Jesu Christi einzuladen«. Die Gemeinden werden ermutigt, mit Wachstum zu rechnen und sich verstärkt auf die methodistischen Wurzeln zu besinnen. Dazu gehöre auch das Studium der Bibel, dem wieder vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet werden soll, heißt es in dem Papier. Außerdem sollten Gemeinden ihre gesellschaftliche Verantwortung erkennen und sich verstärkt sozial engagieren, zum Beispiel in der Hilfe für Geflüchtete. Die Konferenz setzte eine gemeindeübergreifende Kommission ein, die Wege finden soll, wie Bezirke finanziell oder personell in ihren missionarischen Aktivitäten unterstützt werden können.

Dauerhafte staatliche Anerkennung der Theologischen Hochschule Reutlingen

Roland Gebauer, Professor für Neues Testament und Rektor der Theologischen Hochschule Reutlingen unterrichtete die Mitglieder der Konferenz von der unbefristeten staatlichen Anerkennung der EmK-Hochschule durch das baden-württembergische Wissenschaftsministerium. Entsprechend den Vorgaben des baden-württembergischen Landeshochschulgesetzes waren die Leitungsstrukturen der Hochschule in den vergangenen Jahren angepasst worden.

Von Personen

Für den Dienst als Pastoren wurden am Sonntag Stefanie Reinert und Volker Markowis ordiniert. Als Pastoren auf Probe beginnen Damian Carruthers, Daniel Knierim und Philipp Markowis ihren Dienst. Nach neun Jahren als Referent für missionarische Jugendarbeit verlässt Alexander von Wascinski das Kinder- und Jugendwerk. Ihm folgt Klaus Schmiegel, der im Sommer aus Malawi zurückkehrt. Pastor Ebenezer Mensah, Pastor der Ghanaischen Methodistischen Kirche, und Crystal McPhail, Pastorin der Western North Carolina Konferenz aus den USA wurden für die Zeit ihres Dienstes in der EmK in Deutschland als beratende Mitglieder in die SJK aufgenommen.

Dank an Rosemarie Wenner für 12 Jahre Dienst als Bischöfin

Die Tagung war die letzte Sitzung einer Jährlichen Konferenz der EmK in Deutschland, die von Bischöfin Rosemarie Wenner geleitet wurde. Die Mitglieder der SJK brachten ihren Dank mit stehenden Ovationen und persönlichen Grüßen zum Ausdruck. Wenner wird im kommenden Jahr in den Ruhestand gehen. Im März 2017 entscheidet die Zentralkonferenz über die Nachfolge.

Informationen

Die Süddeutsche Konferenz umfasst 244 Gemeinden mit rund 28.500 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen. Die nächste Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz findet vom 21.-25. Juni 2017 in Neustadt (Weinstraße) statt.

Aktuelle Zahlen

Einnahmen 2016: 13 Millionen Euro (Vorjahr 13 Millionen)
Davon per Umlage aus den Gemeinden: 12 Millionen (11,8 Millionen)
Personalausgaben: 10,3 Millionen Euro (10,1 Millionen)
Hauptamtliche: 182
Kirchenglieder: 15.552 (15.803)
Kirchenangehörige: 12.971 (13.082)
Gemeinden: 244 (265)

Klaus Ulrich Ruof Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecher