Am fünften Tag der Generalkonferenz ist von Hörbereitschaft die Rede. Bischof Devadhar und die Botschaft der Jugend setzen dabei die Akzente.

»Wenn wir auf Gottes Stimme hören, wird Außergewöhnliches geschehen«, rief Sudarshana Devadhar den Generalkonferenz-Delegierten in seiner Predigt zur Eröffnung des fünften Sitzungstages zu. Der im Osten der USA für die Region Boston zuständige Bischof predigte – für manche wohl überraschend – über die kaum zur Kirchenjahreszeit passende Epiphanias-Geschichte der Weisen aus dem Morgenland (Matthäusevangelium 2,1-12). Die Weisen seien bereit gewesen, einer empfangenen Erscheinung, das bedeutet Epiphanias, zu folgen. In diesem Sinne drängte er die Konferenzteilnehmer dazu, »eine neue Erscheinung zu empfangen«. Dazu sei es nötig auf die jeweilige Sicht anderer zu hören und vor allem auf Gott. Dann, so der für die Neu-England-Konferenz zuständige Bischof weiter, sei es an der Zeit »sich mutig auf den Weg zu machen«. Als Beispiele für solchen Mut führte er die Gründung der ersten methodistischen Universität in Afrika an und die Frage der Ordination von Frauen sowie deren Beauftragung als Bischöfin. In diesen Situationen hätten Menschen den Ruf Gottes gehört und seien ihm auch gegen Widerstände gefolgt. Die Weisen seien aber nicht nur bereit gewesen, sich mutig auf den Weg zu machen. Sie seien auch noch hörbereit gewesen, nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten. »Sie waren weise genug, auf Gottes Stimme zu hören und nicht zum unaufrichtigen König zurückzukehren und ihm nicht vom gefundenen Messias zu berichten.«“ Deshalb sei es wichtig, »einander aufrichtig zuzuhören, bereitwillig voneinander zu lernen« und »auf Gottes Stimme zu hören«. Dann könnten auch »Kursänderungen« geschehen.

Die Botschaft der jungen Leute an die Generalkonferenz wollte den Delegierten vor Augen führen, mit wie viel Engagement und Liebe sich junge Leute für Jesus und die Kirche einsetzten. »Wir wünschen uns, dass ihr durch unsere Botschaft erkennt, was die Herausforderungen unserer Generation sind und welche Lösungen wir dafür finden«. Sie wollten dazu beitragen, dass die verschiedenen Generationen »gemeinsam an Gottes Kirche bauen, mit Liebe, Glauben und Hoffnung«. Auch sie stellten in ihrer Botschaft an die Delegierten die Frage, wie es damit bestellt sei, aufeinander wirklich zu hören. »Wie sehr würde die Kirche wachsen können, wenn wir erst zuhören, bevor wir reden«, mahnten sie die Konferenzteilnehmer. »Lasst die jungen Leute in der Kirche wissen, dass ihre Stimme wichtig ist und gehört wird.«

Bis zum fünften Sitzungstag einschließlich arbeitet die Konferenz nach den gemeinsamen Morgengottesdiensten schwerpunktmäßig in verschiedenen Ausschüssen. Diese Arbeitsweise dient, wie in einer parlamentarischen Arbeitsweise üblich, der Vorbereitung und Vorsortierung der Anträge, bevor diese ins Plenum kommen. Viele der etwas mehr als tausend eingereichten Anträge werden im Plenum gar nicht mehr beraten. Sie werden an andere Gremien verwiesen, oder, wenn formal unzulässig, verworfen. Wenn sie im Ausschuss einstimmig oder fast einstimmig beschlossen werden, kommen sie auf einen sogenannten »Konsenskalender«, über den das Konferenzplenum im Ganzen abstimmen wird. Mit dem Ende der Ausschussarbeit am Samstagabend war »Halbzeit« der Konferenz. Am Pfingstsonntag haben die Delegierten »frei«. Sie besuchen Gottesdienste in und um Portland und können Kontakt mit diesen Gemeinden haben. Am Montag geht es weiter mit Plenarsitzungen, in denen dann auch viele der strittigen Themen diskutiert werden. Bischöfin Rosemarie Wenner wird eine der Plenarsitzungen am Montag leiten.

»Wir sehen ermutigende Zeichen einer Glaubenskonferenz«, schreibt Steffen Landrock, der Delegierte der Ostdeutschen Konferenz aus Portland. »Wir öffnen unsere Herzen und kommen respektvoll ins Gespräch miteinander«, beschreibt er seine Erfahrungen mit vielen der Teilnehmer. Das sei besonders wichtig, weil die Unterschiede der aus allen Teilen der Welt kommenden Menschen spürbar seien. »Es ist«, so schreibt er, »wie im wahren Leben hier«.

Quelle: Klaus Ulrich Ruf, EmK.de

Foto: Kathleen Barry, UMNS