Gut 50 Personen aus 12 Ländern trafen sich vom 10. bis 13. März 2016 in Mulhouse (Frankreich) zur diesjährigen Tagung des Exekutivkomitees der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa sowie zum darin integrierten Thementag.

Dass die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa (ZK MSE) nicht nur ein theoretisches Gebilde ist, sondern als ermutigende und inspirierende Realität erfahren werden kann, wurde in Berichten und Gesprächen mehrmals deutlich. Wenn über Landesgrenzen hinweg theologisch gearbeitet wird – auch an Themen, zu denen die Meinungen kontrovers sind. Wenn es zu länderübergreifenden Begegnungen und Veranstaltungen kommt. Wenn internationale Gäste am diesjährigen Schweizertreffen der Jungscharen der EMK teilnehmen werden. Wenn der Wunsch geäussert wird, dass das nächste Jugendtreffen der ZK MSE so bald als möglich stattfinden soll und nicht erst 2019, wie es derzeit geplant ist. Wenn eine Vielzahl von Veranstaltungen für Frauen stattfindet, an welchen die Teilnehmerinnen erfüllt werden und neu motiviert, das Erhaltene, Erlernte und Entdeckte an ihrem jeweiligen Ort fruchtbar zu machen. Wenn Connexio, das Netzwerk für Mission und Diakonie, versucht, nicht nur Projekte zu unterstützen, sondern die Zusammenarbeit mit den EMK-Gemeinden im östlichen Mitteleuropa und auf dem Balkan auszuweiten, sodass diese zum Beispiel auch an den Beziehungen nach Asien, Afrika und Lateinamerika partizipieren können. Um diese gegenseitige Vernetzung weiter zu stärken, wurde beschlossen, für die fünf Wochen zwischen der nächsten Zentralkonferenz (8.-12. März 2017 in Zürich unter dem Thema «Jesus ist Herr») und dem gemeinsamen Osterfest (16. April 2017) erneut eine Broschüre mit Andachten aus allen Ländern der ZK MSE herauszugeben.

In den Länderberichten aus Serbien, Österreich und der Slowakei sowie ganz besonders an der öffentlichen Abendveranstaltung mit Beiträgen aus Makedonien, Albanien, Ungarn und Frankreich wurde etwas davon deutlich, wie die EMK auf verschiedene Herausforderungen dieser Zeit antwortet. Wenn Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft das Land durchqueren oder in Flüchtlingslagern darauf warten, ihre Reise fortsetzen zu können. Wenn Einheimische ohne Perspektiven ins Ausland abwandern – und dort oft keinen Platz finden. Wenn Menschen keinen Bezug mehr haben zum christlichen Glauben. In den Beiträgen gab es nicht nur Antworten, sondern auch offene Fragen. Eines wurde jedoch deutlich: Die EMK ist in der ZK MSE keine grosse Kirche, und ihre Mittel sind beschränkt. Wo sie aber geprägt ist von offenen Herzen und offenen Türen, hat ihre Verkündigung und ihr Dienst auch in den Herausforderungen dieser Zeit eine gesellschaftliche Relevanz. Oder, wie es Superintendent Wilfried Nausner in einem Gespräch über Migration formulierte: «Wichtig ist, dass wir die Herzen für den Nächsten warm halten.»

Zentraler Inhalt des Thementags vom Samstag, 12. März 2016, war der Gottesdienst. Dabei ging es um Vielfalt und Miteinander in den Gottesdiensten, wie sie in den verschiedenen Ländern der ZK MSE gefeiert werden, um den «Gottesdienst der Kirche als gemeinsames Gebet», um die Bedeutung von Liturgien, um unverzichtbare Elemente in einem methodistischen Gottesdienst usw. Der Inhalt der Referate und der Gespräche wird die weitere Tätigkeit der Arbeitsgruppe Liturgie prägen. Mögliche Themen sind die Erarbeitung einer elementarisierten Gottesdienstform mit den «Essentials» oder die Übersetzung von Teilen des «Book of Worship» der weltweiten United Methodist Church. Dabei soll immer auch die Frage präsent bleiben: Wie gelingt es gerade auch im Hinblick auf dieses Thema, Menschen zu erreichen, die keinen Bezug mehr haben zu einer Kirche?

Bild: Superintendentin Ana Palik-Kuncak aus Serbien in einem engagierten Gespräch über den Gottesdienst

Quelle: Sekretariat des Bischofs Patrick Streiff, Zürich