Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich plädiert für eine „Abrüstung der Sprache“ und warnt vor der „Instrumentalisierung“ religiös konnotierter Begriffe für Wahlkampfzwecke

Der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) ist besorgt über „Alarmzeichen“ im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf. In einer einstimmig beschlossenen Erklärung des Vorstandes - mit dem Vorsitzenden, Superintendent Lothar Pöll, an der Spitze – heißt es wörtlich: „Die Vorstandsmitglieder des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) plädieren für eine ‚Abrüstung der Sprache‘ im österreichischen Präsidentschaftswahlkampf. Auch im Wahlkampf müssen jene Gepflogenheiten eingehalten werden, die der Würde des Amtes des Bundespräsidenten entsprechen.

Die ÖRKÖ-Vorstandsmitglieder sehen in diesem Zusammenhang im beginnenden Wahlkampf Alarmzeichen. Einerseits kommt es zu Beleidigungen und dem Aufbau untergriffiger Feindbilder, die mit dem loyalen politischen Wettbewerb in einer Demokratie nicht vereinbar sind. Andererseits sind Versuche zu beobachten, religiös konnotierte Inhalte falsch zu verwenden und Begriffe aus dem christlichen religiösen Sprachschatz missbräuchlich für Wahlkampfzwecke zu instrumentalisieren.

Dabei wird oft auf die Flüchtlingsfrage Bezug genommen, die zweifellos eine der schwierigsten politischen Herausforderungen der Gegenwart darstellt – nicht nur in Österreich, sondern überall in Europa. Umso mehr erscheint es angezeigt, gemeinsam nach vernünftigen, humanen und die Wurzeln Europas respektierenden Lösungen zu suchen. Ein Präsidentschaftswahlkampf ist nicht der Ort für diese Suche“.

Quelle: www.oekumene.at
Im Bild: Die Vorstandsmitglieder des Ökumenischen Rates der Kirchen (v.l.n.r.: Bischof Manfred Scheuer (römisch-katholische Kirche), Mag. Erika Tuppy (reformierte Kirche), Superintendent Lothar Pöll (methodistische Kirche), Bischof Johannes Okoro (altkatholische Kirche), Prof. Erich Leitenberger (Pressesprecher), Bischof Michael Bünker (lutherische Kirche) (c) Uschmann

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