Am 24. März feiert Prof. Helmut Nausner seinen 80. Geburtstag. Er wird an diesem Tag eine Sitzung leiten. Eigentlich meint er ja, dass ein Ruhestand für einen Pastor nicht vorgesehen ist. Von einer „Pension“ ist in der Bibel keine Rede. Ein Methodist dient Gott sein Leben lang. Dieser Steilvorlage ist nicht jeder gewachsen. Helmut Nausner schon. Er hat ein von Gott geschenktes frohes und positiv nach vorne blickendes Gemüt. Und Gott schenkt ihm jeden Tag die Kraft, die er für seinen Dienst, für seine Mitmenschen und vor allem auch für seine Frau Topsy braucht. Tag für Tag – wann immer er in Wien ist – fährt er zu ihr in die Wohngemeinschaft des Diakoniewerks und verbringt einige Stunden mit ihr. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen kennt er nur als Besucher und Seelsorger.

Den Professoren-Titel hat Helmut Nausner 2001 als Anerkennung für sein theologisches Wirken vom Bundespräsidenten verliehen bekommen. Ministerialrat Dr. Karl Schwarz würdigte den methodistischen Theologen Helmut Nausner bei der Verleihung und führte aus, in wie vielen österreichischen und internationalen Gremien der methodistischen Kirche und der Ökumene er tätig war und wichtige Initiativen gesetzt hat.

Angefangen hat alles „am Ende der Welt“ in einem weißrussischen Dorf (damals Polen), Srednie Siolo, wo sich nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Eingedenk der Worte unseres Herrn „Zeugen zu sein … bis an das Ende der Erde“ machte sich auch der methodistische Prediger Ernst Nausner aus Vilnius in Litauen auf, um mit missionarischem Eifer und sozialem Engagement den Menschen fernab jeder Zivilisation zu dienen. Hier wurde Helmut Nausner am 24. März 1935 geboren. Seine Vorfahren waren Salzburger Protestanten aus dem Pongau, die 1731/32 vertrieben wurden. Die Kriegsjahre verbrachte er in Königsberg, wo er die Volksschule besuchte, um schließlich noch kurz vor Kriegsende in der Neuen Welt in Linz zu landen. Österreich wurde seine neue Heimat.

Helmut Nausner studierte am Theologischen  Seminar der Methodistenkirche in Frankfurt /Main und wurde 1959 Pastor in Wien, dann St. Pölten und danach Linz. Bereits in frühen Jahren wirkte Helmut Nausner begeistert am ökumenischen Aufbruch mit und wurde 1965 Vorsitzender des Ökumenischen Jugendrats. Ab 1968 beteiligte er sich an der Gestaltung der ökumenischen Morgenfeier im ORF. 1983  wurde er zum Superintendenten berufen, eine Tätigkeit, die er  18 Jahre lang neben den Aufgaben eines Pastors in Wien ausübte. Als vielbeschäftigter Ökumeniker und Netzwerker war er im Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich und in vielen anderen Gremien tätig. Helmut Nausner war Präsident (jetzt immer noch Vizepräsident) des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Der Dialog mit dem Judentum war und ist ihm ein Herzensanliegen. Von der Israelitischen Kultusgemeinde wurde ihm die Friedrich und Marietta Torberg Medaille 2012 verliehen.

Helmut Nausner wird auch weiterhin nicht als „Privatier“ seine Tage verbringen, soviel ist sicher. So Gott will wird er Seelsorger, Pastor und Theologe bleiben. Und ganz uneigennützig wünschen wir ihm, dass Gott ihn noch lange gesund und munter erhält und ihm noch viele gute Jahre schenkt.