Mit einem Gemeindetag ist die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Heilbronn zu Ende gegangen.

In Ihrer Predigt ermutigte Bischöfin Rosemarie Wenner im Teilen und Dienen den Weg zu einem glücklichen Leben zu sehen. »Wo zwei Menschen das Teilen üben, reicht es für beide!« sagte sie und weitete diese Lebenshaltung bis an die Grenzen Europas aus: »Wer, wenn nicht wir Kirchen sollte darauf hinwirken, dass das ›Haus Europa‹ offen bleibt für Flüchtlinge?« Im Gottesdienst wurden Rouven Bürkle und Dominic Schmidt für Ihren Dienst als Pastoren der EmK ordiniert.

Die jährlich einmal tagende Konferenz ist das Kirchenparlament der EmK, einer evangelischen Freikirche. Zu der Tagung vom 28. Mai bis 1. Juni in Stuttgart kamen insgesamt 420 Pastoren und Laiendelegierte zusammen. Thematischer Schwerpunkt der Tagung war die kirchliche Diakonie im 21. Jahrhundert sowie die Frage, ob das System der Dienstzuweisungen von Pastoren in Kirchengemeinden in einer sich individualisierenden Gesellschaft heute noch angemessen ist.

Pastor Markus Jung, Fellbach, wurde von Bischöfin Rosemarie Wenner zum Superintendenten des Nürnberger Distrikts ab der Jährlichen Konferenz 2015 berufen. »Ich wünsche mir eine missionarische Kirche« sagte der 49-jährige bei seiner Vorstellung vor der Nominationswahl. Jung ist Pastor im EmK-Bezirk Fellbach-Bad Cannstatt. Zuvor war er Referent für missionarische Jugendarbeit im Kinder- und Jugendwerk der EmK.

In einem offenen Brief an die Bundesregierung zum Konflikt in der Ukraine fordern die Konferenzmitglieder die Regierung auf, eine friedensbildende Konfliktlösung in der Ukraine zu unterstützen. Dass von Mitgliedern der Bundesregierung bisher auf eine Verhandlungslösung setzende Schritte unternommen wurden, findet in dem Schreiben Anerkennung. Die Bundesregierung solle diese Schritte der Deeskalation weiterführen und sich nicht von der Logik militärischen Denkens vereinnahmen lassen. Gleichzeitig wird die Bundesregierung aufgefordert, »mit ihren diplomatischen Möglichkeiten dazu beizutragen, dass alle Kampfhandlungen eingestellt werden, die besetzten öffentlichen Gebäude wieder geräumt werden, alle Konfliktparteien in die Verhandlungen einbezogen werden, alle Akteure sich aktiv und kooperativ einem Gesprächsprozess über die künftige Ordnung und Struktur der Ukraine unter der Führung der OSZE beteiligen.«

Auf Basis eines ausführlichen Arbeitspapiers beschloss die Konferenz deutliche Gehaltsverbesserungen für die Hauptamtlichen im pastoralen Dienst. Zwar trennte sich die Konferenz von der Zielsetzung, eine Gehaltshöhe zu erreichen, die einem Beamtengehalt der Stufe A12/Baden Württemberg entspricht. Trotzdem war eine nachhaltige Einkommensverbesserung für die Hauptamtlichen erklärtes Ziel der von der Arbeitsgruppe vorgelegten Modelle. Mit großer Mehrheit beschloss die Konferenz, eine jährliche Gehaltssteigerung von 2,5% für den Zeitraum von 2015 bis 2018. Für das Jahr 2015 werden die Grundgehälter zusätzlich einmalig um 5 % erhöht, um eine »deutliche Gehaltserhöhung« zu erreichen. Für die Gemeinden bedeutet dies eine kontinuierliche Erhöhung der Gemeindeumlagen in den entsprechenden Jahren von durchschnittlich 2%. Zusätzlich wurde ein Prüfauftrag beschlossen, ob der von der Kirche für in Ausbildung befindliche Kinder gewährte Kinderzuschlag bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt werden kann.

In einem engagierten Podiumsgespräch mit Vertretern aus allen Bereichen diakonischer Arbeit in der EmK wurden die Chancen, Probleme und Möglichkeiten der institutionellen Diakonie im 21. Jahrhundert diskutiert. Dabei wurden die Spannungsfelder der unter großen wirtschaftlichen Herausforderungen stattfindenden Arbeit in diakonischen Einrichtungen deutlich. Auch die Auseinandersetzungen um den sogenannten »Dritten Weg«, der tariflichen Sondervereinbarungen von Kirche und Diakonie waren Thema der Diskussion. Die Veranstaltung machte die Einbettung der diakonischen Arbeit in den kirchlichen Aufgabenbereich deutlich, zeigte aber auch, dass die strukturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die kritische Begleitung der Kirche brauchen.

Ausführliches Thema einer Diskussion der pastoralen Hauptamtlichen in einer geschlossenen Sitzung waren Fragen um die Dienstzuweisungspraxis in der EmK. Die Versetzungs- und Dienstzuweisungspraxis war in den letzten Jahren oft kritisiert worden. Für die Aussprache hatte Bischöfin Rosemarie Wenner ein Thesenpapier vorgelegt. In Plenumsbeiträgen wurde deutlich, wie die heutige individualisierte Lebenssituation und die familiären und beruflichen Bedingungen der Familienangehörigen in Spannung zum reinen Dienstzuweisungssystem stehen.

Quelle: emk.de

Medienwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche Klaus Ulrich Ruof

Weitere Informatioen auf www.emk-sjk.de