Heute beginnt die Tagung der Jährlichen Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistichen Kirche in Österreich in der EmK Graz. Die Konferenz wird um 19:30 mit dem Eröffnungsgottesdienst eröffnet. Die Konferenz dauert bis Sonntag und wird mit dem Ordinationsgottesdienst (10:00 Uhr) beendet. Wir werden an dieser Stelle regelmäßig vom Konferenzgeschehen berichten.

Bilder von der Konferenz gibt es hier.

Sup. Lothar Pöll

Donnerstag, 22. Mai: Superintendent Lothar Pöll beginnt seine Predigt im Eröffnungsgottesdienst mit dem Hinweis auf das Aldersgate-Erlebnis John Wesleys: Am 24. Mai 1738 erfährt John Wesley, wie sein Herz ist "seltsam erwärmt" ist, als ihm bewusst wird, dass die göttliche Gnade und Liebe ihm persönlich gilt. Hier liegt zugrunde, was der 1. Johannesbrief auf den Punkt bringt: Gott ist Liebe. Gott ist nicht so groß, dass er uns gar nicht brauchen würde (wie es manchmal behauptet wurde). Sondern Gott ist Liebe, und in seiner Liebe ist er auf uns bezogen: er braucht uns. Seine Liebe aber treibt unsere Furcht aus. 

Freitag, 23. Mai: Sup. Pöll erinnert zu Beginn des Berichts des Superintendenten an den Beginn des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Auch die Kirchen sind zumindest blauäugig, wenn nicht gar euphorisch hinsichtlich der Kriegsvorbereitungen gewesen. Der erste Weltkrieg hat nicht nur Europa völlig verändert, sondern sich auch auf unsere Kirche maßgeblich ausgewirkt. Bischof Streiff betont die Bedeutung des Erinnerns, um auch die Entwicklungen unserer Zeit wachsam zu interpretieren. 

Im Zeichen der Erinnerungskultur wird die Ökumenische Sommerakademie vom 9.-11. Juli 2014 im Stift Kremsmünster stehen. Sie trägt den Titel: „Gewalt im Namen Gottes – die Verantwortung der Religionen für Krieg und Frieden“

Während unsere Konferenz tagt, finden zur gleichen Zeit in den Mitgliedsstaaten der EU die Wahlen für das Europaparlament statt. Sup. Pöll betont die Bedeutung dieser Wahlen. Er weist auch darauf hin, dass es die Kirchen es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Diskussion über EU-Wahlen zu versachlichen. Die Parteien in Österreich erweisen sich hierbei derzeit nicht als sehr hilfreich.

Im Bericht über die Gemeinden und in der anschließenden Diskussion wird spürbar, dass durch die Gemeinden hindurch ein positiver, hoffnungsvoller Geist weht. Das trifft besonders auch auf die kleineren Gemeinden in Ried und St. Pölten zu. Dies ist auch insofern bemerkenswert, als in fast allen Gemeinden die finanzielle Situation angespannt ist. Praktisch alle Gemeindebudgets weisen ein Defizit auf, das bei drei Gemeinden nicht mehr durch Rücklagen gedeckt ist. In diesem Jahr konnten noch alle Umlagen in der von der JK beschlossenen Höhe budgetiert werden, aber in besonderen Fällen wird wohl in Zukunft kein Weg an einer Reduktion mehr vorbeigehen. Stagnierende Einnahmen liegen in der Regel nicht an einer nachlassenden Gebefreudigkeit. Aber der sinkende Wohlstand wirkt sich mindestens so aus, dass Mitgliedsbeiträge nicht mehr erhöht werden. Mitgliederzuwächse aus dem Migrationsbereich bringen in der Regel keinen Zuwachs an Beiträgen.

Sup. Pöll dankt Esther Handschin und Stefan Schröckenfuchs dafür, dass sie durch die freiwillige Beurlaubung von Sebastian Meisel bereit waren, einen weiteren Dienst zu übernehmen. Pastorin Anke Neuenfeldt hat im Mai ein zweites Pflegekind aufgenommen und wird ab Juni bis Ende August in Karenz gehen und danach bis Ende des Jahres halbtags arbeiten. Frank Moritz-Jauk wird in dieser Zeit teilzeitlich als pastoraler Mitarbeiter angestellt. Auch ihm gilt ein besonderer Dank, dass er bereit ist, diese Vertretung zu übernehmen.  

In diesem Jahr gibt es einige Ordinationsjubiläen: Lothar Pöll 35 Jahre, Michael Nausner 20 Jahre, Anke Neuenfeldt 15 Jahre, Esther Handschin 10 Jahre, Stefan Schröckenfuchs 5 Jahre.

Durch die gemeinsame Vorbereitung auf das Jubiläum 500 Jahre Reformation 2017 kommt es zu einer weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Kirchen Österreichs. In allen Gemeinden wurden oder werden Workshops zur Vorbereitung auf dieses Jubiläum durchgeführt. Das Jahr 2015 ist dem Thema "Bildung" gewidmet. Dabei wird es darum gehen, unsere Gemeinden als  Ort der Persönlichkeits-Bildung und Glaubens-Bildung wahrzunehmen. 

Konferenzlaienreferentin Helene Bindl berichtet von einem lebendigen Austausch der Laien: die Anteilnahme am Leben der anderen Gemeinden wird immer intensiver. Dies führt auch zum Austausch von Materialien unter den Gemeinden. Besonders erfreulich ist auch die Qualität der Ausbildungsreihe "Mitarbeit in der Verkündigung" und das Engagement der Beteiligten.  

Statistiker Bernhard Pöll weist darauf hin, dass viele Zahlen weitgehend stabil bleiben. Die Zahl bekennender Mitglieder hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr nicht verändert. Auffällig ist jedoch, dass weiterhin seit 2005 der Gottesdienstbesuch zurückgeht. Hier wirken sich sicherlich gesellschaftliche Trends aus; dennoch gibt es auch die Aufgabe, wieder in den Gemeinden über die Bedeutung des Gottesdienstbesuches ins Gespräch zu kommen. Im Blick auf die Finanzen zeigt sich weiterhin, dass die Gemeinden sehr sparsam haushalten. 

Im Bericht über Ökumenische Beziehungen weist Sup. Pöll u.a. auf das Bemühen des Ökumenischen Rates hin, den 27. Jänner auch in Österreich als offiziellen Gedenktag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz zu begehen. Der ÖRKÖ hat sich mit einem entsprechenden Schreiben an den Bundespräsidenten, die Präsidentin des Nationalrats und alle im Nationalrat vertretenen Parteien gewandt. Dies hat zwar zu einem größeren Bewusstsein für diesen Gedenktag geführt; dennoch ist derzeit wohl nicht zu erwarten, dass der Nationalrat diesen Tag als offiziellen Gedenktag beschließen wird. Die Konferenz dankt Sup. Pöll für seinen Einsatz als Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen!  

Die Konferenzkollekte vom Konferenzsamstag soll in diesem Jahr den Flüchtlingen aus Syrien, die nach Österreich gekommen sind und von der Syrisch-Orthodoxen Kirche bei ihrem Neubeginn unterstützt werden, gewidmet werden.

Die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa wird im Oktober 2014 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass wird für den Advent 2014 eine Andachtsbroschüre mit Andachten aus der ganzen Zentralkonferenz erstellt. Am 19. Oktober 2014 sind ausserdem alle Gemeinden eingeladen, einen Gottesdienst zu feiern, in dem es zum Austausch zwischen zwei Gemeinden aus verschiedenen Konferenzländern kommen soll (z.B. durch Grußbotschaften, Besuche, etc.)

Mag. Wieser berichtet aus der Arbeit des Diakonie Zentrum Spattstrasse: Das Projekt der flexiblen Kinderbetreuung hat sich sehr gut etabliert. Die Auslastung konnte in den letzten Monaten zum Teil auf über 100 % gesteigert werden. Auch in den anderen Bereichen gibt es eine hohe Auslastung - d.h. auch eine entsprechende Nachfrage nach entsprechenden Angeboten. Dabei ist spürbar, dass die Anforderungen steigen, weil die Belastungen, mit denen Kinder und Jugendliche in die Spattstrasse kommen, weiterhin zunehmen. Hier wird es nötig sein, auch entsprechend Personal aufzustocken - in Zeiten des politischen Spardrucks eine Herausforderung. Neu ist auch das Projekt "Gut begleitet von Anfang an": hier geht es um Frühförderung in einem ganz frühen Stadium.

Weitere Projekte wie z.B. eine Psychiatrische Wohngruppe sind in Planung, konnten aber noch nicht realisiert werden, weil die Finanzierung noch nicht zugesichert ist. Trotz aller Herausforderung blicken die Geschäftsführer hoffnungsvoll und zuversichtlich in die Zukunft. Weiterhin wird es darum, konsequent ein qualitatives Angebot gemäß des Auftrags "Dasein für Kinder und Jugendliche" anzubieten. Die Konferenz drückt ihr reges Interesse an der Arbeit der Spattstrasse sowie ihren Dank für diese wichtige Arbeit aus!

Kassenführer Fritz Fux berichtet, dass das Jahr 2013 mit einem Defizit von 2.066,76 € abgeschlossen werden konnte. Er dankt allen Gemeinden dafür, dass sie alle Umlagen im zugesagten Ausmaß getätigt haben. Der Haushaltsplan sieht bei vorsichtiger Planung ein Defizit von ca. 36.000 € vor. Es werden weiterhin alle Anstrengungen unternommen, um auch in diesem Jahr wieder ein möglichst ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Ein herzliches Danke an alle, die sich mit ihren Beiträgen und Spenden am Leben unserer Kirche beteiligen! 

Der Leiter der Eigentumsverwaltung berichtet, dass in diesem Jahr Erhaltungsmaßnahmen in einem überdurchschnittlichen Ausmaß durchgeführt wurden. So wurde z.B. das Haus in der Sechshauser Str. 56/2 thermisch saniert, und eine neue Pastorenwohnung in der Sechshauser Str. 56/1 geschaffen. Dies wurde möglich, weil durch den Verkauf der Liegenschaften in St. Pölten und Ried die entsprechenden Finanzmittel vorhanden waren, diese dringend nötigen Renovierungen durchzuführen.

Die Schließung der BMK Wartburg ist nun endgültig vollzogen. Dem aussergewöhnlichen Einsatz des ehemaligen Geschäftsführer ist es zu verdanken, dass alles Verwertbare auch verwertet wurde, und der Betrieb mit einem sehr erfreulichen Barvermögen geschlossen werden konnte. 

Die Planungsarbeiten für den Neubau in der Wiener Strasse 254 gemeinsam mit der LAWOG sind abgeschlossen. Mehr als 30 Wohnungen sind geplant, geplanter Baubeginn ist im Jahr 2015, geplante Besiedelung ab 2017. Beabsichtigt ist auch eine Mischnutzung von privaten Mietern und einem Projekt des Diakonie Zentrum Spattstrasse, auch die Möglichkeit eines Co-Housing-Projektes wird geprüft.