Seit 20 Jahren bietet die Krisenstelle Wàki in Linz 6 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren einen Platz. Dort finden Mädchen und Burschen täglich und rund um die Uhr Zuflucht und Hilfe. Innerhalb von maximal vier Monaten soll entweder die Situation zu Hause soweit geklärt sein, dass die Jugendlichen wieder mit gutem Gefühl dorthin zurückkehren können. Oder es wird von der Kinder- und Jugendhilfe ein anderer Platz wie etwa eine Sozialpädagogische Wohngruppe gefunden, an dem die Jugendlichen auch länger betreut werden können.

Die Lebenssituationen der Jugendlichen sind schwierig.
Wenn Jugendliche ins Wàki kommen, empfinden sie ihre Situation häufig als ausweglos. Sie leiden an Konflikten, familiären Problemen, psychischer oder physischer Gewalt oder an sexuellen Übergriffen und Missbrauch. Die Unterbringung im Wàki ist eine einschneidende Veränderung und bringt erst einmal ein Aufatmen der Jugendlichen mit sich. Jede Krise birgt auch eine Chance – diese Haltung bekommen die Jugendlichen im Wàki vermittelt. „Familienarbeit wird bei uns groß geschrieben“ schildert die Leiterin, Frau Mag. Erika Breuer, die Vorgangsweise. „Um eine Veränderung zu erlangen, ist es wichtig, alle Beteiligten einzubinden, auch wenn das nicht immer leicht ist. Unsere Arbeit ist täglich eine Herausforderung. “

Achterbahn der Emotionen
Christine Khek, Sozialpädagogin beschreibt die Stimmung in der Krisenstelle: „Das Wàki in der Schubertstraße ist ein offenes Haus. Meist herrscht reges Treiben – ein Kennenlernen und Abschiednehmen und ein Kommen und Gehen von vielen Jugendlichen, deren Freunden, Eltern und Sozialarbeitern ... Viele Emotionen sind hier wahrzunehmen, von herzerfrischendem Gelächter, tiefem Mitgefühl, neugewonnenen Freundschaften unter den Jugendlichen, Wertschätzung und Freudenschreien bis hin zu Tränen, Wutausbrüchen, Angst, Streitigkeiten und Suiziddrohungen. Die Bandbreite ist riesig. Die Jugendlichen bringen psychische Krankheiten ebenso mit wie das Potenzial für wundersame Entwicklungen trotz widrigster Umstände.“

Bildtext: Auch wenn Gitarre lernen nicht gerade einfach ist – Ablenkung von den Sorgen tut gut.
Quelle: Diakonie Zentrum Spattstraße

Tags: