Kardinal Christoph Schönborn hofft, dass die Kirchen das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam begehen werden. Es gelte, gemeinsam Zeugnis von Christus abzulegen vor einer Welt, die nicht versteht, warum die Kirchen getrennt sind. Schönborn äußerte sich im Rahmen des traditionellen Ökumenischen Empfangs am Dienstagabend im Wiener Erzbischöflichen Palais.

Zum Ökumene-Empfang waren Vertreter aller christlichen Kirchen in Österreich gekommen, allen voran der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker und der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis). Überraschungsgast war Außenminister Sebastian Kurz, der auch in der neuen Bundesregierung die Integrationsagenden über hat.

Gemeinsam gedachten die Vertreter der Kirchen der Opfer des Bürgerkriegs in Syrien. Er hoffe sehr, so Schönborn, dass die am Mittwoch beginnenden Syrien-Konferenz in der Schweiz konkrete Friedensschritte bringen werde.

Als bedeutende ökumenische Ereignisse des Jahres 2013 bezeichnete der Kardinal u.a. die Besuche des neuen koptischen Papst-Patriarchen Tawadros und des neuen anglikanische Primas Justin Welby bei Papst Franziskus. Erfreut zeigte sich Schönborn auch darüber, dass im vergangenen Jahr nun auch fünf (in einem Bund zusammengeschlossene) Freikirchen die volle staatliche Anerkennung erhalten haben.

Der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der methodistische Superintendent Lothar Pöll, bekräftigte in seiner Stellungnahme einmal mehr den Einsatz der Kirchen dafür, den 27. Jänner (Auschwitz-Befreiung) auch in Österreich zum offiziellen Gedenktag für die Opfer des Holocaust zu machen. Eine entsprechen Erklärung des ÖRKÖ sei bereits an Bundespräsident Heinz Fischer, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und alle im Parlament vertretenen Parteien ergangen, so Pöll.

Eröffnet wurde der Ökumenische Empfang heuer mit einem Gottesdienst in der Wiener Deutschordenskirche. Weihbischof Stephan Turnovszky sagte in seiner Predigt, dass die christliche Verkündigung letztlich nur dann glaubwürdig sei, wenn die Kirchen nicht länger getrennt sind, sondern eine "Einheit in Vielfalt" bilden. Eine solche Einheit müsse alle Grundvollzüge des kirchlichen Lebens umfassen: Liturgie, Verkündigung und Diakonie.

Quelle: Kathpress.at

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