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11. Auflage der Langen Nacht der Kirchen

Mehr als 740 Kirchen in ganz Österreich zwischen dem Bodensee und dem Neusiedlersee öffnen am Freitag, 29. Mai, 2015 wieder ihre Türen zur "Langen Nacht der Kirchen".

Insgesamt gibt es österreichweit mehr als 3.000 Programmpunkte. Die Themenvielfalt der Veranstaltungen reicht von Diskussionen über Ausstellungen, Führungen, Konzerte und Lesungen bis zu Gottesdiensten und vielen unterschiedlichen spirituellen Angeboten. Spezielle Programmpunkte gibt es auch für Kinder und Familien.

Über Wien hinaus relevant ist der Eröffnungsgottesdienst zur "Langen Nacht" in der methodistischen Kirche im 15. Wiener Bezirk (Sechshausersttraße 56), 18 Uhr. Die Predigt hält der methodistische Bischof Patrick Streiff, der aus der Schweiz anreist. Vertreter aller christlichen Kirchen in Österreich werden an dem Gottesdienst teilnehmen.

„Größtes ökumenisches Ereignis im Jahr“
Pastor Lothar Pöll, Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich und Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), unterstrich bei einem Pressegespräch in Wien am Montag die kirchenverbindende Dimension der "Langen Nacht": Diese sei "das größte ökumenische Ereignis im Jahr, eine Erfolgsgeschichte seit elf Jahren". So verschieden die Kirchen auch sein mögen in den äußeren Formen, in der Art Gottesdienst zu feiern, in den Sprachen und Kulturen, so verbindet sie doch der gemeinsame Glaube.

Superintendent Pöll: "In aller Buntheit ist ein Geist der Einheit zu verspüren. Wir treten nicht auf als Konkurrenten, wir machen keine Werbeveranstaltung für die eigene Konfession, sondern wir bezeugen, dass wir einander in versöhnter Verschiedenheit ergänzen." Die "Lange Nacht" sei vor allem auch eine gute Möglichkeit die kleinen Kirchen zu entdecken, die nicht so bekannt sind.
Lothar Pöll wie auch der Wiener katholische Bischofsvikar Dariusz Schutzki unterstrichen die soziale Dimension der Kirchen, die in der "Langen Nacht" ebenfalls zum Vorschein komme, etwa im "Engagement für die Schwachen in unserer Gesellschaft, für die die am Rand stehen, für Obdachlose, für Bettler, für Flüchtlinge". Gerade bei den Themen Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung würden die Kirchen sehr eng zusammenarbeiten, so Pöll und Schutzki.

Wie der Wiener Bischofsvikar ergänzte, sei die "Lange Nacht" damit auch ein politisches Signal: "Wir stellen mit der Langen Nacht der Kirchen alles dar, was 365 Tage lang passiert, und dass sich die Kirchen in die Gesellschaft einbringen, zu Themen der Gesellschaft Stellung nehmen und - wie es Papst Franziskus mit seiner Namenswahl vorgegeben hat - immer auf der Seite der Schwächeren stehen."

CSI-Schweigemarsch zum Auftakt
In Wien sind es mehr als 170 Kirchen, die die bereits elfte "Lange Nacht" mit fast 1.000 Programmpunkten gestalten. Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen "Langen Nacht" ist der Blick auf die verfolgten Christen in vielen Ländern der Welt. Aus diesem Anlass findet heuer der traditionelle CSI-Schweigemarsch zum Auftakt der "Langen Nacht" statt. Der Marsch führt ab 17.15 Uhr vom Stephansplatz zum Josefsplatz. Danach findet in der Augustinerkirche der abschließende ökumenische Gottesdienst statt. Auch das weitere Programm ist in der Augustinerkirche wie auch in einigen anderen Wiener Kirchen dem Thema Christenverfolgung gewidmet.

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt der "Langen Nacht" ergibt sich aus dem 70-Jahr-Gedenken des Endes des Zweiten Weltkrieges. In zahlreichen Veranstaltungen wird dieses Ereignisses wie auch der Shoa gedacht. Dazu kommen Überlegungen zur Europapolitik und zur Neubesinnung der Christen auf ihre jüdischen Wurzeln.

Internationale Erfolgsgeschichte
Laut Statistik der Veranstalter beteiligen sich 2015 genau 743 Kirchen an der "Langen Nacht" mit genau 3.103 Veranstaltungen. Auch international hat die "Lange Nacht" Schule gemacht. In Tschechien, der Slowakei, in Ungarn, Südtirol und sogar in Estland findet die "Lange Nacht der Kirchen" nach österreichischem Vorbild statt; ähnlich auch in Frankreich oder in Berlin. Ein besonders starkes Zeichen setzen dabei heuer die Kirchen in Tschechien, nehmen doch fast 1.500 Kirchen an der Veranstaltung teil.

www.langenachtderkirchen.at

 

Quelle: https://www.erzdioezese-wien.at/site/home/nachrichten/article/43040.html