Am Donnerstag, 19. Juni 2014, wurde vor allem der östliche Teil Bulgariens von Hagelstürmen und schweren Regenfällen heimgesucht. In Varna, Burgas und in umliegenden Gebieten war die Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden so gross wie sonst während eines ganzen Monats. Als Folge davon wälzten sich zerstörerische Wassermengen durch die Strassen.

Mindestens 12 Menschen verloren in den Fluten ihr Leben, und Tausende waren zeitweise ohne Strom und ohne Lebensmittel. Viele Häuser wurden schwer beschädigt oder sogar vollständig zerstört. Autos wurden von den schnell steigenden Wassermassen weggeschwemmt, und viele Menschen mussten sich auf ihre Dächer retten, um den Fluten zu entkommen.

Der Kindergarten im Untergeschoss der EMK-Gemeinde Varna wurde ebenfalls überschwemmt, als Wasser von der angesichts der Regenmenge völlig überforderten Kanalisation ins Gebäude gedrückt wurde. Der Bodenbelag sowie ein Teil der Möbel wurden zerstört. In Dobrich wurden die Häuser von vier methodistischen Familien schwer beschädigt, und die Möbel wurden praktisch vollständig zerstört. Im Moment sind diese von den Überschwemmungen am meisten betroffenen Menschen bei anderen Familien der Gemeinden untergebracht.

Die EMK in Bulgarien führte am Sonntag, 22. Juni 2014, einen Tag des Gebets und der Solidarität mit den in Varna, Dobrich und anderen Gebieten des Landes von den Überschwemmungen Betroffenen durch. Superintendent Daniel Topalski hatte die Gemeinden in einem offiziellen Brief dazu eingeladen. Darüber hinaus hatte er auch um finanzielle Hilfe gebeten, die während der Sonntags-Gottesdienste gesammelt werden sollte.

Das gesammelte Geld wird vor allem eingesetzt werden, um den betroffenen Familien in Dobrich zu helfen. Die Verantwortlichen planen, mit dem Geld notwendige Materialien einzukaufen. Darüber hinaus soll eine Gruppe von Freiwilligen zusammengestellt werden, die unter der Leitung der Pastoren Mehmed Stefanov (Türkischsprachige Gemeinde) und Milen Stefanov (Bulgarischsprachige Gemeinde) einen Hilfseinsatz leisten soll. Es geht darum, einige grundlegende, absolut notwendige Renovationsarbeiten zu erledigen, damit die Häuser wieder bewohnbar gemacht werden können. Danach werden die Verantwortlichen Betten und andere elementare Möbelstücke verteilen, die von Mitgliedern der EMK-Gemeinden in Bulgarien gesammelt worden sind.

Inmitten der Katastrophe gab es auch ermutigende Zeichen der Hoffnung. Superintendent Daniel Topalski sagte: «Wir haben viele Nachrichten von Freunden in Europa und den USA erhalten, und wir spüren ihre Bereitschaft, uns zu helfen. Das Gefühl, Teil einer solchen Kirchenfamilie sein zu dürfen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.»

Quelle: Superintendent Daniel Topalski, Bulgarien / Sekretariat des Bischofs Patrick Streiff, Schweiz
Bild: Haus in Dobrich nach den Überschwemmungen