Vom 10. bis 20. Mai tagt die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Die mehr als 850 Delegierten entscheiden über wichtige Fragen der weltweiten EmK. Patrick Streiff, Bischof der EmK in Mittel- und Südeuropa, erläutert Aufgaben und zentrale Themen der Tagung.

Warum gibt es in der EmK eine Generalkonferenz?

Die EmK kennt in allen Ländern (bzw. für mehrere Länder gemeinsam) Jährliche Konferenzen, an denen alle Pastorinnen und Pastoren zusammen mit einer gleich großen Zahl von Laienmitgliedern über die Arbeit der Kirche für das jeweilige Gebiet beraten und entscheiden. Diese Jährlichen Konferenzen sind die grundlegenden Körperschaften der Kirche. Weltweit gibt es 131 Jährliche Konferenzen, 56 in den USA, 30 in Afrika, 25 in den Philippinen und 20 in Europa und Eurasien. Delegierte aus all diesen Jährlichen Konferenzen vereinigen sich alle vier Jahre zur weltweiten Generalkonferenz, wobei jede Jährliche Konferenz mindestens eine ordinierte Pfarrperson und eine Laienperson entsenden kann. Die Generalkonferenz ist die höchste gesetzgebende Körperschaft. Nur sie kann verbindlich für die gesamte EmK sprechen.

Worum geht es bei der Generalkonferenz?

Das Thema der nächsten Generalkonferenz: »Darum geht!« (Therefore Go!) ist dem Missionsbefehl in Matthäus 28 entnommen. 864 Delegierte werden sich versammeln, 40 von ihnen aus Europa und Eurasien. Aus Deutschland sind es Kai Uwe Dannenberg (NJK), Pastorin Anne Marie Detjen (NJK), Christine Flick (SJK), Superintendent Johannes Knöller (SJK), Steffen Landrock (OJK) und Pastor Werner Philipp D.Min. (OJK). Es gehört zum Besonderen dieser höchsten Körperschaft, dass die Bischöfe und Bischöfinnen zwar die Sitzungen präsidieren, selber aber weder Rede- noch Stimmrecht haben.

Was macht die Generalkonferenz?

Weil die Generalkonferenz die höchste gesetzgebende Körperschaft der Kirche ist, beschäftigt sie sich mit Hunderten von Petitionen, die von kirchlichen Gremien und Einzelpersonen weltweit eingereicht wurden. Petitionen beinhalten entweder Veränderungen der Kirchenordnung oder Resolutionen sowie das gesamtkirchliche Budget. Sie werden aufgeteilt in zwölf Sachbereiche beraten. Dabei werden konsensfähige Lösungen gesucht. Nur wenn dies bei einem Sachgeschäft nicht erreicht werden kann, wird das Anliegen im Plenum beraten.

Die Petitionen liegen in vier Sprachen vor (Englisch, Französisch, Portugiesisch und Kiswahili) und füllen über 1.000 Seiten pro Sprache. Die Beratungen erfolgen in rund zehn Sprachen. Alle Sitzungen sind öffentlich, alle Unterlagen sind im Internet abrufbar. Während der Generalkonferenz können alle Plenarveranstaltungen live im Internet verfolgt werden.

Was hat das alles mit Mission zu tun?

Sehr viel, denn die Kirchenordnung will das Missionshandbuch der Kirche sein. In der englischen Sprache weist der Titel »Book of Discipline« darauf hin, dass es um Nachfolger Jesu Christi (Jünger = »Disciples«) geht. Die Kirchenordnung enthält viele zentrale Aussagen über den Sendungsauftrag der Kirche, inklusive Lehrgrundlagen und Soziale Grundsätze. Die Beratungen an der Generalkonferenz sind deshalb auch eingebettet in Zeiten des Gottesdienstes, Gebets und der Berichte über Gottes Wirken in der weltweiten EmK.

Bischof Patrick Streiff

Webseite: General Conference 2016

Foto: John C. Goodwin / UMNS
Quelle: emk.de