Mit einem beeindruckenden Gottesdienst ist die Jährliche Konferenz 2014 zu Ende gegangen.

Am Sonntag, 25. Mai, ist die Jährliche Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich zu Ende gegangen. Bischof Dr. Patrick Streiff griff in seiner Konferenzpredigt noch einmal das Konferenzthema auf: Dreiklang der Liebe – KomponistIn, InterpretIn, Ensemble: „Der Ur-Dreiklang der Liebe Gottes und sein Abbild im Leben eines Christenmenschen ist eine fröhliche und beglückende Sache. Das Johannesevangelium lässt deshalb den Interpreten, Jesus Christus, betonen: Das habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde (15,11). Natürlich braucht es eine Anstrengung, die Gebote zu halten und die Liebe zu leben – andere, beziehungsschädlichere Reaktionsweisen sind oft näher liegend. Natürlich müssen Christen mit Widerständen rechnen – selbst Liebende werden nicht immer mit offenen Armen empfangen …  Doch den Dreiklang der Liebe zu leben bringt Erfüllung ins Leben. Wesley hat es in seiner Zeit mit dem Schlagwort Holiness and Happiness, Heiligkeit und Glück, auf den Punkt gebracht.“

Pastor Martin Siegrist wurde unter Mitwirkung des Evangelisch-Lutherischen Pfarrers Bernhard Petri-Hasenöhrl feierlich zum Ältesten der Evangelisch-methodistischen Kirche ordiniert. „ Als ein Ältester in der Kirche bist du berufen, am Dienste Christi und der ganzen Kirche teil zu haben: indem du das Wort Gottes verkündest und lehrst und die Sakramente der Taufe und des Heiligen Abendmahls verwaltest;
indem du die Gemeinde leitest im Gottesdienst und im Gebet;
indem du Menschen zum Glauben an Jesus Christus führst;
indem du die geistliche Aufsicht ausübst über die Menschen, die dir anvertraut sind: das Leben der Gemeinde ordnest, Seelsorge ausübst und die Vergebung der Sünden zusprichst;
indem du die Gemeinde anleitest, ihrer Sendung in die Welt treu zu sein, damit sie Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit für alle Menschen sucht;
indem du einen verantwortlichen Platz einnimmst in der Leitung der Kirche und im Dienst an der Gesellschaft;
und indem dein Leben dem Leben Christi immer ähnlicher werde, der unser aller Diener wurde.
Als ein Ältester der Kirche wirst du im Bund mit allen Ältesten in dieser Jährlichen Konferenz stehen und zusammen arbeiten mit dem Bischof, den anderen Ordinierten sowie mit weiteren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Es ist deine Aufgabe, das Evangelium Jesu Christi in Wort und Tat zu verkündigen und dein Leben in Übereinstimmung mit seinem Beispiel zu gestalten. Du sollst alle Menschen, unter denen du arbeitest, lieben, ihnen dienen und für sie beten; für Alte und Junge, Starke und Schwache, Reiche und Arme sollst du sorgen in gleicher Weise.
Vergiss nicht, dass du berufen bist zu dienen und nicht dir dienen zu lassen, keinen anderen Glauben als den Glauben der Kirche zu verkündigen und dich vor allem um die Sache Christi zu kümmern.“
(Aus der Ordinationsliturgie)

Pastor Siegrist durfte sich anschließend auch über ein ganz besonderes Geschenk freuen: Ganz im Sinne John Wesleys, der unzählige Kilometer auf dem Pferd von Predigtort zu Predigtort zurückgelegt hat, kann Martin Siegrist ab sofort mit seinem neuen Dienstrad seine Termine wahrnehmen. „Wesley hat auf dem Pferd viel gelesen und oft sogar ein kleines Schreibpult Notizen dabei gehabt“, so Sup. Lothar Pöll. „Das empfehlen wir dir nicht, und es wäre auch nicht im Sinne der Straßenverkehrsordnung. Wir wünschen dir aber, das du viele Kilometer bequem und unfallfrei damit zurücklegen kannst!“

Geringe Veränderungen gab es im Bereich der Dienstzuweisungen: Pastor Stefan Schröckenfuchs wird weiterhin den Dienst in den Gemeinden Wien-Fünfhaus und Linz ausüben und dabei von Martin Siegrist in Fünfhaus unterstützt. Esther Handschin wird zusätzlich zu ihrem Dienst in Salzburg und im Religionsunterricht für die Gemeinde Ried im Innkreis zuständig sein. Pastorin Anke Neuenfeldt ist von Juni bis August in Karenz und danach bis Jahresende im Mutterschaftsurlaub, in dem sie aber teilzeitlich ihren Dienst in Graz versieht. Laienprediger Frank Moritz-Jauk ist in dieser Zeit teilzeitlich als Pastoraler Mitarbeiter in der Gemeinde Graz angestellt. Alle anderen Dienstzuweisungen sind unverändert.

Das gemeinsame Engagement in Fragen der Integration hob Landesrätin Dr.in Bettina Vollath in ihrem Grußwort hervor. Die im Konferenzthema angesprochene Liebe sei dabei ein Schlüssel für ein gelingendes Miteinander. Auch Ministerialrat Dr. Karl Schwarz überbrachte seine Grüße und Glückwünsche. Schwarz nutzte die Gelegenheit auch, um zu dem von den Medien breit kommunizierten Streitfall um das Einüben von Liedern zur Vorbereitung auf die Erstkommunion Stellung zu beziehen. Zweifelsfrei sei es richtig, dass neben sittlichen und sozialen auch religiöse Werte im Gesamtunterricht zu vermitteln seien. Als zuständiger Referent für Konfessionen, die in Österreich in der Minderheit sind, widerspricht er jedoch der Auffassung, dass das Einüben von Liedern zur Vorbereitung auf die Erstkommunion zu jenen Aufgaben gehöre, die hier vom Schulorganisationsgesetzes gemeint seien.

Stellvertretend für alle Konferenzgäste richtete Thomas Fux ein Dankeswort an die gastgebende Gemeinde, die keine Mühen gescheut hat, um den KonferenzteilnehmerInnen einen angenehmen und fröhlichen Aufenthalt zu ermöglichen. Besonders das große Ausmaß an Kreativität und an fantastischen Musikerinnen und Musikern wurde in allen Gottesdiensten und Rahmenveranstaltungen sichtbar und hörbar.

Die nächste Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich wird von 28.-31. Mai in Wien, Sechshauser Str. 56, stattfinden.

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