Engagierte aus aller Welt treffen sich bei der Methodistischen Weltkonferenz in Houston in den USA und erleben inspirierende Momente.

In diesen Tagen trifft sich die »methodistische Welt« in den USA. Das Internationale methodistische Pastorinnentreffen sowie der Weltrat Methodistischer Kirchen und die 21. Methodistische Weltkonferenz haben sich für die Tage Ende August bis Anfang September in diesem Jahr das texanische Houston als Versammlungsort ausgesucht. Die Tagungen gehen organisatorisch ineinander über. Die Teilnehmerkreise sind in mancher Hinsicht vergleichbar. So inspirieren Veranstaltungen und Aktive sich gegenseitig. Bischöfin Rosemarie Wenner wurde zum Auftakt der Tagung des methodistischen Weltrats zur »Genfer Sekretärin« (Botschafterin, s.u.) gewählt.

Zum Internationalen Pastorinnentreffen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) versammelten sich 450 Pastorinnen aus 27 Ländern, um geistliche Gemeinschaft zu teilen und unter dem Thema »EINS – Geburt einer weltweiten Kirche« über Fragen von Gleichheit und Gerechtigkeit zu diskutieren. Im Rahmen der Versammlung feierten die Teilnehmerinnen den 60. Jahrestag der Frauenordination in der EmK. Während der Feier wurde auch an weitere Meilensteine in der Geschichte der weltweiten EmK erinnert: Die Wahl von Marjorie Matthews zur ersten Bischöfin im Jahr 1980, vier Jahre später die Wahl von Leontine T. C. Kelly zur ersten afro-amerikanischen Bischöfin, 2004 die Wahl von Minerva Carcano zur ersten hispano-amerikanischen Bischöfin, die Wahl von Rosemarie Wenner zur ersten Bischöfin außerhalb der USA und 2008 die Wahl von Joaquina Filipe Nhanala zur ersten Bischöfin in Afrika. Im Blick auf diese besonderen Ereignisse in der Geschichte der EmK betonte Janice Riggle Huie, Bischöfin der Jährlichen Konferenz Houston: »Dafür, dass wir heute Abend hier versammelt sein können, haben insbesondere Frauen unglaubliche Opfer gebracht.« Über ihre damaligen Erfahrungen als neugewählte Bischöfin erzählte auch Rosemarie Wenner, die für die EmK in Deutschland zuständige. »Für mich als Frau und Ausländerin war es wohltuend, dass andere Bischöfinnen mich willkommen hießen und anleiteten.« Birgitta Hetzner, Pastorin in Stuttgart-Vaihingen und als Delegierte für Deutschland bei diesem Treffen, weiß von »Gänsehautmomenten«, die sie bei diesem Welttreffen methodistischer Pastorinnen erlebte.

Gleich im Anschluss an das Pastorinnentreffen startete die alle fünf Jahre tagende Methodistische Weltkonferenz. Über 2500 Teilnehmer aus allen Teilen der Welt und einer Vielfalt methodistischer Kirchen versammeln sich in diesen Tagen zu Gottesdiensten, Vorträgen, Workshops und kulturellen Veranstaltungen. Bei der Konferenz wurde auch das jüngste Ergebnis des Dialogs zwischen dem Weltrat Methodistischer Kirchen und der römisch-katholischen Kirche vorgestellt. Unter dem Titel »Ruf zur Heiligung – von Herrlichkeit zu Herrlichkeit« untersucht der Bericht, was Methodisten und Katholiken über Gottes Gnade und ein Leben in der Heiligung gemeinsam sagen können. »Es gibt hier wirklich inspirierende Momente«, rühmt Bischöfin Wenner die Erfahrungen in Houston. Dazu habe auch die Dialogansprache einer Astrophysikerin und eines Theologen zum Auftakt der Konferenz gehört. Die Ausleger erörterten die Frage nach Wissenschaft und Glaube entlang des achten Psalms. In diesem Dialog sei deutlich geworden, wie die Wissenschaft als Geschenk verstanden werden kann. Sie ermögliche Ehrfurcht und Staunen durch Verstehen.

Nach der Weltkonferenz wird der Weltrat Methodistischer Kirchen seine schon zuvor begonnene Tagung fortführen. Zum Auftakt hatten die Delegierten des Weltrats Bischöfin Rosemarie Wenner zur »Genfer Sekretärin« gewählt. Damit ist die Aufgabe verbunden, den Kontakt zwischen dem Weltrat Methodistischer Kirchen und dem in Genf ansässigen Ökumenischen Rat der Kirchen sowie anderen kirchlichen Weltbünden zu halten. Neben Bischöfin Wenner sind Ulrike Schuler, Professorin für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Reutlingen, Frank Aichele, Missionssekretär der EmK-Weltmission aus Deutschland, und Susanne Meister, Laienmitglied in der Süddeutschen Jährlichen Konferenz, als Delegierte aus Deutschland bei der Tagung des Weltrats in Houston mit dabei.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: GBHEM

Weitere Informationen: Weltrat Methodistischer Kirchen Der Weltrat Methodistischer Kirchen (World Methodist Council, WMC) ist ein Dachverband von 80 Kirchen methodistischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen, denen insgesamt über 80,5 Millionen Menschen angehören. Zum Rat gehören rund 400 Mitglieder, die ihre jeweilige Kirche vertreten und einen finanziellen Beitrag für die Aktivitäten des Rates beisteuern. Ziel des Zusammenschlusses ist die Förderung der Einheit methodistischer Kirchen und das gemeinsame Zeugnis für den christlichen Glauben in der Welt. Zudem fördert der WMC ökumenische und interreligiöse Aktivitäten. Seit 1956 hat der WMC seinen ständigen Sitz in Lake Junaluska, im US-Bundesstaat North Carolina.

www.worldmethodistcouncil.org

Quell: emk.de