Das Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche tagte in Fürth und Heilbronn

Heilbronn und Fürth – 22. Juni 2015 – Mit dem Konferenzgemeindetag in Heilbronn ist am 21. Juni die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK, Kirchenparlament) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu Ende gegangen. Von Mittwoch an hatte das Kirchenparlament der EmK seine Geschäftssitzungen im fränkischen Fürth abgehalten. Der Abschluss fand mit einem großen Gemeindetag in Heilbronn statt, zu dem über 2500 Erwachsene und Kinder von EmK-Gemeinden aus ganz Süddeutschland anreisten.

Konferenzthema „Bitte folgen!“
In ihrer Predigt beschrieb Bischöfin Rosemarie Wenner Jesus „als Lehrer, der uns gerecht beurteilen kann, der sich uns aber als milder und bescheidener Lehrer vorstellt“. In ihrer Predigt über Matthäus 11, 28-30, erklärte sie, dass Gottes Vergebung menschlichen Mangel in Segen wandle. „Es ist unglaublich, wie dieser Lehrer uns prägen wird.“ Das Konferenzthema »Bitte folgen!« zog sich durch die ganze Tagung. In der Predigt zur Eröffnung der Tagung sprach Markus Jung von vier Arten, wie Menschen Jesus erfahren und ihm folgen können. Der künftige Superintendent des Nürnberger Distrikts beschrieb das »Ausprobieren« als den heute »für viele passendsten Weg«. Auch Natanael habe das schon so gemacht erklärte Jung in seiner Auslegung eines Textes aus dem Johannesevangelium (Johannes 1,35-51). Wer sich als Tester der Liebe Gottes versuchen wolle, werde Erfahrungen mit Gott machen.

Eine Vision für die EmK
Die dreitägige Sitzung war zum Auftakt eines neuen Jahrvierts von vielen Wahlen bestimmt, mit denen Gremien und Ausschüsse neu konstituiert wurden. Darüber hinaus gab es für die Weiterführung der kirchlichen Arbeit viele Beschlüsse zu fällen. So wurde ein Arbeitspapier des Ausschusses für Evangelisation kontrovers diskutiert. In der Vorlage wurde eine Vision für die Entwicklung der EmK in den nächsten vier Jahren aufzeigt. Für Unmut sorgten die als pauschale Kritik empfundenen Standortbestimmungen des Papiers und die eher Maßnahmen aus der Wirtschaft ähnelnden Schlussfolgerungen. Andererseits gab es auch deutliche Zustimmung, die in dem Papier einen „prophetischen Zwischenruf“ Die EmK müsse sich fragen, wie sie angesichts des weiteren Rückgangs der Gliederzahlen mit dieser Tatsache theologisch umgehen wolle. Die Konferenzmitglieder beauftragten die Superintendenten der SJK, auf Grundlage des Arbeitspapiers bis zur nächsten Konferenz ein Strategiepapier zu entwickeln.

Mehr Kommunikation bei Dienstzuweisungen
Ausführlich wurde auch eine Vorlage diskutiert, einen sensibleren und kommunikativeren Umgang in den Abläufen neuer Dienstzuweisungen sowohl für die Hauptamtlichen und deren Angehörige als auch für die Gemeinden zum Ziel hat. Um die Abläufe während der Planungen von Dienstzuweisungen für alle Beteiligten so transparent wie möglich zu gestalten, werden die Superintendenten der SJK einen Ablaufplan führen und allen an einem Dienstzuweisungsverfahren Beteiligten zur Verfügung stellen. Dieser Ablaufplan soll in aktualisierter Form jederzeit über das Intranet abrufbar sein. Darüber hinaus soll das als intransparent bemängelte Verfahren der Besetzung von Sonderdiensten künftig dahingehend geändert werden, dass die Superintendenten zu besetzende Sonderdienste vorab innerhalb der Dienstgemeinschaft öffentlich machten. Außerdem sollten alle Bezirkskonferenzen der SJK prüfen, ob und wie anfallende Hausmeisterdienste vom Dienst der pastoralen Hauptamtlichen abgekoppelt werden und von professionellen Diensten oder von Mitarbeitern vor Ort übernommen werden könnten.

Europaweite KU-Studie vorgestellt
Im Rahmen des Berichts des Ausschusses für christliche Erziehung wurde der 100-seitige Auswertungsbericht einer Studie über den Kirchlichen Unterricht (KU) vorgestellt. Die Untersuchung wurde in Kooperation mit elf evangelischen Kirchen in neun Ländern Europas durchgeführt. Insgesamt zogen die beiden EmK-Projektleiter Achim Härtner, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen, und Tobias Beißwenger, Pastor in St. Georgen und Zentralkonferenz-Beauftragter für KU, ein ausgesprochen positives Fazit dieser Studie. Über 80 Prozent der Jugendlichen seien mit der »KU-Zeit insgesamt« zufrieden. Auch auf Seiten der Unterrichtenden zeige sich, dass der KU einen hohen Stellenwert genieße und gerne durchgeführt werde.

Entwicklung einer Immobilienkonzeption
In seinem Bericht wies Leiter der SJK-Geschäftsstelle, Michael Vitzthum, darauf hin, dass viele Bezirke ihre Immobilien nicht nachhaltig bewirtschafteten. Deshalb entwickle die Behörde für finanzielle Angelegenheiten eine Immobilienneukonzeption. Mit Martin Schneidemesser, Pastor in Plochingen, wurde zudem erstmals ein Beauftragter für die Veräußerung von Immobilien bestellt.

Zukunftsfeld Senioren
Diskutiert und schließlich beschlossen wurde auch die Ausweitung der Arbeit mit Senioren. Dazu wird die jetzige Stelle von 25 auf 50 Prozent aufgestockt, hinzu kommt eine 25-Prozent-Stelle, die von einer Pastorin oder einem Pastor im Gemeindedienst besetzt wird. Die Mittel dafür kommen auch vom Land Baden-Württemberg.

Klaus Ulrich Ruof
Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecher
Quelle: emk.de / SJK
Bild: © Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Informationen
Das Kirchengebiet der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK) umfasst 269 Gemeinden mit rund 30.216 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und in einem kleinen Teil von Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden werden von 168 Hauptamtlichen betreut. Der fast ausschließlich durch Spenden der Gemeindeglieder aufgebrachte Konferenzhaushalt hat eine Größe von 12,9 Millionen Euro, wovon 10,7 Millionen auf Personalausgaben entfallen.