Wàki heißt die Krisenstelle für Jugendliche des Diakonie Zentrums Spattstraße in Linz. Seit 23 Jahren finden hier Mädchen und Burschen ab 12 Jahren Zuflucht und Hilfe. Der Zufluchtsort bietet Schutz und kurzfristige Wohnmöglichkeit in familiären und persönlichen Krisen. Hier werden Wege aus scheinbar ausweglosen Situationen gefunden. Hier wird Hoffnung geschöpft. Erfolgserlebnisse sammeln die Jugendlichen beim Upcycling von alten Snowboards zu coolen Bänken.

„Die Idee, mit Jugendlichen Bänke aus alten Snowboards zu bauen, habe ich bereits vor längerer Zeit geboren,“ erzählt Sozialpädagogin Melanie Klampferer. „Bei der praktischen Umsetzung habe ich mich an meinen Kollegen, Paulus Medicus, einen gelernten Tischler, gewandt. Nach der Konzeptentwicklung haben wir gemeinsam mit Jugendlichen die ersten Bänke gebaut. Als Material verwenden wir alte Snowboards, Holz, Lack und Hartwachsöl für den letzten Schliff“, erzählt Sozialpädagogin Melanie Klampferer.

„Mit drei Jugendlichen haben wir das Projekt gestartet. Zu Beginn gibt es eine ausführliche Einschulung an den Handmaschinen: Stichsäge, Oberfräse, Handbandschleifmaschine, Akkuschrauber und diverse Handwerkzeuge. Dann werden Materialien und Sicherheitsvorkehrungen besprochen. Gut informiert können die Jugendlichen entscheiden, welche Arbeitsschritte sie sich selbständig zutrauen und was sie gerne selber machen möchten. An zwei Stationen werden die einzelnen Arbeitsschritte ausgeführt. Da wird gesägt, gefräst, geschliffen, geschraubt und viel gelacht“, so Sozialpädagoge Paulus Medicus.

Der sichtbare Erfolg sind stylische Snowboardbänke. Der weniger offensichtliche aber umso tiefgreifendere Erfolg sind die Erfahrungen der Jugendlichen: „Sie sind gefordert, sich selbst einzuschätzen. Ihnen wird etwas zugetraut. Sie können ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen und zugleich auf sich selbst und andere Acht geben. Die Burschen und Mädchen haben sichtlich Spaß an der gemeinsamen Arbeit und erleben, dass sie den Herausforderungen gewachsen sind“ freut sich Melanie Klampferer. „Beim Bau der Bänke ist selbständiges Arbeiten gefragt.

Der letzte Feinschliff ist das Einlassen und Bemalen der Bänke. Spannend sind für mich auch die Prozesse, die im Anschluss an die Fertigstellung der Bänke entstehen. Die Jugendlichen beginnen, auch die Abfallstücke kreativ zu verwerten“, ist Paulus Medicus beeindruckt. Ein besonderer Genuss: abschließend auf den gemeinsamen Werken zu chillen und sich am Erfolg zu freuen.

P.S. Wer ein ausrangiertes Snowboard zur Verfügung stellen will – wir freuen uns darüber.

Factbox:

Das Wàki ist ein Zufluchtsort für Jugendliche in Krisensituationen. Mädchen und Burschen ab 12 Jahren finden Rat, Hilfe und Unterkunft – und das täglich und rund um die Uhr. „Wàki“ bedeutet "Zufluchtsort" und stammt aus dem Wortschatz der Hopi-Indianer. Jugendliche in akuten Krisen können von 0 bis 24 Uhr ins Wàki kommen. Das Team ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0732/ 60 93 48 erreichbar.

Träger: Diakonie Zentrum Spattstraße gem. GmbH

Weitere Infos und Kontakt:
http://www.spattstrasse.at/unser-angebot/volle-erziehung/zufluchtsort-fuer-jugendliche-krisen-waki

Fotocredit: (c) Diakonie Zentrum Spattstraße
Quelle: Mag. (FH) Hannelore Kleiß - Diakonie Zentrum Spattstraße