Die ersten Augusttage haben in Bulgarien erneut schwere Regenfälle mit sich gebracht, welche in der Gegend von Mizia – im Nordwesten des Landes – für verheerende Überschwemmungen gesorgt haben. Mindestens zwei Personen kamen ums Leben, viele Menschen verloren ihr ganzes Hab und Gut, und auch die Evangelisch-methodistische Kirche wurde hart getroffen: Das Haus, in dem sich die Gemeinde regelmässig versammelte, stürzte teilweise ein.

Als Folge der schweren Regenfälle schwoll der Fluss Skat, der durch Mizia fliesst und weniger als 10 km nördlich davon in die Donau mündet, innerhalb von wenigen Stunden in noch nie dagewesener Weise an. Schliesslich trat er über die Ufer und setzte praktisch die ganze Stadt mit ihren 3700 Einwohnern unter Wasser – und zwar bis zu fünf Meter hoch. Mindestens zwei Dörfer in der Nähe wurden ebenfalls überschwemmt.

Zwei Personen kamen ums Leben, und zahlreiche Menschen galten als vermisst. Weil viele Häuser unbewohnbar wurden, mussten Hunderte evakuiert werden. Hilfstruppen des Bulgarischen Roten Kreuzes versorgten sie mit Trinkwasser, Lebensmitteln und einer Notunterkunft.

Am 6. August, als die Stadt noch grösstenteils unter Wasser stand, stürzte das Haus, in dem sich die EMK-Gemeinde von Mizia versammelte, teilweise ein. Wurden darin in den vergangenen Jahren Gottesdienste gefeiert, Bibelstunden abgehalten und Programme für Kinder und Jugendliche durchgeführt, so ist das Gebäude nun derart beschädigt, dass es nicht mehr repariert werden kann – wenn es in den nächsten Tagen nicht ohnehin noch ganz einstürzt.

Nur wenige Tage zuvor, am Samstag, 2. August 2014, fanden in diesem Haus noch ein Jugendtreffen und ein gemeinsamer Gottesdienst mit Menschen der nahegelegenen EMK-Gemeinde von Voyvodovo sowie mit einem Missionsteam der Partnergemeinde West Market Street UMC in Greensboro, NC (USA), statt. Dies waren die letzten Aktivitäten vor der grossen Flut.

Die EMK-Gemeinde von Mizia ist relativ jung. Nach der Wiederherstellung der Gemeinde in Voyvodovo entstand auch in Mizia der Wunsch nach einer Gemeindegründung. Diese erfolgte dann 1996 im Anschluss an eine erfolgreiche Missionsaktion. Anfänglich wurde ein öffentlicher Saal gemietet, und Lokalpastoren aus Pleven (etwa 100 km entfernt) sowie ein koreanisches Missionars-Ehepaar aus Sofia (etwa 200 km entfernt) reisen seither regelmässig nach Mizia, um dort ihren Dienst zu tun. Es war und ist eine wichtige Missionsarbeit, gibt es doch in dieser Stadt keine weitere Protestantische Kirche. Das Haus, das nun den Fluten zum Opfer gefallen ist, konnte 1999 gekauft werden. Heute hat die EMK-Gemeinde 12 bekennende Glieder, durchschnittlich 25 Gottesdienstbesucher, eine Jugendgruppe mit etwa 10 Jugendlichen sowie eine Sonntagschule mit über 20 Kindern.

Das Gebiet rund um Mizia und Voyvodovo ist eine der ärmsten Regionen Bulgariens. Die Zahl der Arbeitslosen ist gross, und als Folge davon ist es auch die Armut. Die Perspektiven für die Zukunft sind schlecht. Nun kommt noch die Hochwasserkatastrophe dazu. Die Stadt kann noch nicht ohne Spezialausrüstung erreicht werden, und die Kommunikation ins betroffene Gebiet ist sehr schwierig. Trotz allem: Menschen der EMK in Bulgarien sind präsent und werden dies auch bleiben – um den Menschen praktische Hilfe anzubieten, Trost zu spenden und Hoffnung zu wecken. Die weltweite methodistische Familie ist einmal mehr eingeladen, sich an die Seite derer zu stellen, die Menschen in Not dienen. Allfällige Spenden können über das Konto von Connexio, dem Netzwerk für Mission und Diakonie der EMK, einbezahlt werden.

Quelle: emk-schweiz.ch / Supt. Daniel Topalski, Bulgarien / Mary Ann James, West Market Street UMC
Bild: Das nun zerstörte Gebäude der EMK-Gemeinde Mizia