Blick auf Weggemeinschaft von Christen und Juden

Wien (epdÖ) – Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den „Tag des Judentums“. Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden. Damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den „17. Jänner – Tag des Judentums“ als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Unsere gemeinsame Hoffnung“. Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden. Zugleich soll auch das Unrecht an jüdischen Menschen und ihrem Glauben in der Geschichte thematisiert werden.

Gottesdienste, Vorträge, Begegnungen

Bereits am Vorabend zum „Tag des Judentums“ veranstaltet der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit ab 19 Uhr eine „Einstimmung in den Tag des Judentums 2018“ in der Wiener Bezirksvorstehung Hernals (Hernalser Hauptstraße 72–74). Mit Erinnerungen an das jüdische Gemeindehaus in Hernals wird des jüdisch-christlichen Zusammenlebens und -arbeitens gedacht. Elisabeth Lutter (Vikariatsausschuss Ökumene) spricht über das gemeinsame christlich-jüdische Gedenken. Evelyn Adunka beleuchtet das jüdische Leben in der Wiener Vorstadt. Raimund Fastenbauer (Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien) referiert über die Nachbarschaft von jüdischem Gebetshaus und Gemeindehaus zur Hilfe für die Notleidenden. Michael Bubik, Rektor der Diakonie Eine Welt, spricht über Gebet und Diakonie als „Gottes-Dienste“. Anschließend werden ein jüdisches Totengebet abgehalten, ein christliches Schuldbekenntnis gebetet sowie Friedensbitten verlesen.

Der „Tag des Judentums“ selbst wird in ganz Österreich mit verschiedenen Veranstaltungen und Gottesdiensten begangen. Der zentrale Gottesdienst des ÖRKÖ zum „Tag des Judentums“ findet am Mittwoch, 17. Jänner, um 18 Uhr in der Altkatholischen Heilandskirche im 15. Wiener Gemeindebezirk statt. Die Predigt hält die evangelische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler.

In St. Pölten beleuchtet Bischof Michael Bünker am 17. Jänner das Thema „Martin Luther und die Juden“. Bünker spricht über die Schattenseiten des Reformators ab 19 Uhr im Bildungshaus St. Hippolyt (Eybnerstraße 5).

Das Ökumenische Forum Steiermark lädt am 17. Jänner um 19 Uhr zu einem Gottesdienst unter dem Motto „Unsere gemeinsame Hoffnung“ in die Grazer Stadtpfarrkirche (Herrengasse 23) ein. Die Predigt hält Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Die Initiative zum „Tag des Judentums“ geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag des Judentums begangen. Das Datum für den Tag des Judentums ist bewusst gewählt: Den Geist dieses Tages sollen die Kirchen in die anschließende weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner) weitertragen. Denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander sei allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind, so die Veranstalter.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen rund um den Tag des Judentums sind auf der Website des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit abrufbar.

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