Die diesjährige Tagung der Provisorischen Jährlichen Konferenz Bulgarien-Rumänien fand vom 2. bis 5. April 2015 in Schumen (Bulgarien) statt.

Die Tagung machte deutlich, dass sich die Verbindungen zwischen den Mitgliedern aus Rumänien (aktuell bestehen dort drei Gemeinden) und aus Bulgarien weiter vertieft haben. Die Stimmung in den Begegnungen und Gesprächen war dementsprechend von einer freundschaftlichen Offenheit geprägt. Da alle rumänischen Mitglieder und die ausländischen Gäste Englisch sprachen, wurde die Konferenz wiederum zweisprachig – bulgarisch/englisch – durchgeführt, und auch das Berichtsheft war in beiden Sprachen verfügbar.

Superintendent Daniel Topalski blickte in seinem Bericht dankbar zurück auf die grosse finanzielle Unterstützung, welche die EMK in Bulgarien seit dem Ende der kommunistischen Ära aus dem Ausland erhalten hatte, und er mahnte gleichzeitig an, dass es inskünftig wichtig und nötig sein würde, über Mission und Geld gleichermassen zu sprechen und die Menschen in der EMK Bulgarien zu ermutigen, sich auch finanziell stärker zu engagieren als bisher.

Weiter bezeichnete es Daniel Topalski als problematisch, dass oftmals in den Gemeinden eine klare Vision fehlen würde. Es genüge nicht, wenn die Kirche nur als Gebäude sichtbar sei. Kirche müsse vielmehr als Verb verstanden werden und nicht als Nomen. Auf diese Weise werde das innere Leben der Kirche vor Ort wahrnehmbar, und es werde möglich, mit den Menschen ausserhalb der Gemeinde in einen Dialog zu treten und eine Beziehung zu gestalten.

Ein dritter Punkt war der Aus- und Weiterbildung der Pfarrpersonen gewidmet. Diese ist unverändert ein prioritäres Anliegen. Im vergangenen Konferenzjahr wurde in Cluj (Rumänien) anschliessend an den Ausbildungskurs für Lokalpastoren in Bulgarien auch ein solcher für rumänische Lokalpastoren gestartet.

An der Konferenz wurde Rares Calugar aus Cluj, bisher Lokalpfarrer, in die Probezeit mit dem Ziel der Ordination zum Ältesten aufgenommen. Mariyana Genova aus Tsenovo (Bulgarien), bisher Laienpredigerin, ist neu als Lokalpfarrerin mit einem Teilzeitpensum tätig.

Als Delegierte für die Generalkonferenz 2016 wurden Mihail Stefanov (Pfarrer) und Dessislava Todorova (Laie) gewählt.

Spannend waren die Inputs von Üllas Tankler, der zur Thematik «Kirche in der modernen Welt» weiterführende Gedanken mit der Konferenz teilte. Das Zeugnis von Christus sei oftmals ein Zusammenspiel von drei Faktoren: präsent zu sein, aktiv zu sein und den Glauben zu bekennen. Diese Faktoren könnten aber je nach Situation durchaus unterschiedlich stark gewichtet werden. Verbunden seien damit auch Fragen, die bedenkenswert seien: Was für Menschen besuchen unsere Kirchen, welche Gaben und Talente bringen sie mit, und wie können wir ihnen helfen, ihren Platz bei uns zu finden und sich zu entwickeln?

In gut methodistischer Tradition waren nebst der Berichterstattung das gegenseitige Anteilnehmen und -geben sowie die Gespräche in den Pausen und am Rande der Konferenz gleichermassen wichtig und ermutigend. Die Vorstellung der beiden Länder an je einem Abend war nicht nur informativ, sondern auch äusserst unterhaltsam und auf musikalisch beindruckend hohem Niveau.

Die nächste Provisorische Jährliche Konferenz wird vom 31. März bis 3. April 2016 stattfinden; der Ort ist noch zu bestimmen.

Bild: Lokalpastor Tsvetan Iliev (Bulgarien) spricht zur Konferenz
Quelle: Martine Isenring, Delegierte der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika, www.emk-schweiz.ch