«Seid heilig» lautete das Thema der diesjährigen Tagung der Jährlichen Konferenz Serbien-Makedonien, die vom 3. bis 6. April 2014 in Kisač (Serbien) stattfand.

Der Distrikt Serbien umfasst 14 Gemeinden mit neun ordinierten Ältesten (davon zwei im Ruhestand), zwei Pastoren auf Probe und drei Lokalpastoren. Zum Distrikt Makedonien gehören 12 Gemeinden mit drei ordinierten Ältesten (davon zwei im aktiven Ruhestand), einem Pastoren auf Probe sowie vier Lokalpastoren (davon zwei im aktiven Ruhestand). Superintendent Wilfried Nausner, der für die Arbeit in Makedonien verantwortlich ist, kümmert sich mit seiner Frau Jean auch um das neue Missionsgebiet Albanien, das zwar in struktureller Hinsicht noch nicht zu dieser Konferenz gehört, mit dem aber über persönliche Beziehungen eine starke Verbundenheit besteht. Dort gibt es nochmals drei EMK-Gemeinden, wovon zwei stark wachsen, während die dritte kleiner wird, weil viele Menschen auf der Suche nach Arbeit wegziehen.

Überhaupt ist die wirtschaftliche Situation in allen drei Ländern mehr als schwierig. So können die Gemeinden nur einen sehr kleinen Teil der benötigten Gelder und Gehälter zusammenlegen, da viele Gemeindeglieder keine nennenswerten Einkommen haben – dabei sind die Pastorengehälter mit rund 240 Euro im Monat sehr bescheiden. Dass der Selbstfinanzierungsgrad aber trotz aller Schwierigkeiten wächst, ist ein erfreuliches Zeichen der Hoffnung.

Zwei besondere Ziele wurden an der Konferenz deutlich. So beschrieb Superintendent Wilfried Nausner in seinem Bericht eine der grossen Aufgaben wie folgt: «Es ist unsere Priorität, Leitungspersonen für die Kirche auszubilden, die andere befähigen, reife, weise und schriftgemässe Entscheidungen zu treffen, die dem gemeinsame Wohl statt dem eigenen Interesse dienen. Es geht darum, neue Menschen zu gewinnen, die Verantwortung für die gemeinsame Kirche übernehmen.» Er zeichnete in diesem Zusammenhang das Bild einer missionarischen Kirche, welche die Liebe Gottes zu dieser Welt ausdrückt und lebt, indem sie sich für die Menschen und die Gesellschaft einsetzt. Erfreulicherweise wird in Makedonien nach vielen Jahren wieder eine jüngere Person in ein Praktikumsjahr einsteigen, um ihre Berufung ins Predigtamt zu prüfen.

Das Thema der Mission prägte auch den Bericht von Superintendentin Ana Palik-Kunčak. Sie wich dabei schwierigen Fragen nicht aus. Was tun wir schon lange, hat aber keinen Erfolg? Was sind die Bedürfnisse in der heutigen Zeit? Wo braucht es Veränderung? Dass es viele ermutigende Beispiele des Glauben-Teilens und des Dienstes gibt, zeigte ein «Rundgang» durch die Gemeinden. Ein Kindergarten, Englischkurse, ein Nähprojekt, besondere Chöre, ein Engagement für Suchtkranke oder die Arbeit mit Kindern sind nur einige der erwähnten Beispiele. In diesem Zusammenhang wurde auch die Wichtigkeit des emk-spielmobils des Evangelisations-Werks der EMK in Deutschland betont, das jedes Jahr Hunderte von Kindern und ihre Eltern anzieht und das im Sommer 2014 während rund vier Wochen in sechs EMK-Gemeinden in Serbien zu Gast sein wird.

Als zweites ging es um die EMK in Albanien, die als wachsendes Missionsgebiet in einem völlig unchristlichen Land keine Anbindung an eine Jährliche Konferenz hat. Obwohl die Zeit der ethnischen Konflikte sowohl zwischen Serben und Albanern als auch zwischen Makedoniern und Albanern erst 15 Jahre zurück liegt, regten die Pastorinnen und Pastoren offen an, dass die EMK in Albanien Teil der Provisorischen Jährlichen Konferenz Serbien-Makedonien werden solle. Die gewachsenen Beziehungen scheinen hier eine Tür zu einer Strukturveränderung zu öffnen, die nicht hätte verordnet werden können.

Wie wir uns gefühlt haben? Sehr willkommen, bestens versorgt und bekocht und unter vielen lieben Geschwistern. Da die Konferenz komplett zweisprachig ablief, bekamen wir einen guten Einblick in die Situation unserer Kirche in diesen Ländern, deren schwierige wirtschaftliche Situation auch den Gemeinden schwer zu schaffen macht.

Quelle: Esther Steiger (Schweiz) / Pastor Ralf Schweinsberg (Deutschland), ergänzt von Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Patrick Streiff

Im Bild: Mitglieder und Gäste der Konferenz vor der Kirche in Kisač. Bildquelle: www.umc-europe.org