Unter dem Motto „Aus gutem Grund evangelisch“ tagte die 87. Jährliche Konferenz dieses Jahr im Chandlerhaus, Steinbach/Attersee.

Dass wir uns mit unserer evangelischen Identität auseinandersetzen, erscheint angesichts des bevorstehenden Reformationsjubiläums 2017 naheliegend. So haben wir Samstagnachmittag auch die Möglichkeit zu einem Besuch des Evangelischen Museums in Rutzenmoos/Oberösterreich genutzt. Aus der Summe der kommenden Termine sei der 30. September 2017 hervorgehoben. An diesem Tag wird ein großes Fest auf dem Rathausplatz in Wien stattfinden, zu dem die Gemeinden eingeladen sind.

Das Thema Flüchtlinge ist ein Anliegen, das alle Gemeinden sehr intensiv beschäftigt und neben der sinnstiftenden Arbeit viel Freude und Dankbarkeit ausgelöst hat. Hier findet ein fruchtbarer Austausch statt und die Integration der Menschen, die unter uns leben, erweist sich als wichtige Aufgabe. Nach außen ist unsere Kirche bemüht, ihre Stimme gegen Hetze und menschenunwürdige Vorgangsweisen zu erheben. Sie tut dies maßgeblich im ökumenischen Kontext in Form von Veröffentlichungen des Ökumenischen Rates der Kirchen, dessen Vorsitzender Lothar Pöll noch bis Ende 2016 sein wird.

Schon länger beschäftigt uns die Frage, wie wir mehr inhaltliche Auseinandersetzungen an unseren jährlichen Konferenzen realisieren und zu einem guten Austausch kommen können. Dazu fand dieses Mal neben den persönlichen Gesprächen ein Abend mit dem Titel „Zukunft der Kirche“ statt. An verschiedenen Tischen wurden zu den Themen „Spirituelles Leben unserer Kirche“, „Kommunikation und Transparenz“, sowie „Zusammenspiel zwischen Laien und PastorInnen“ Beiträge und Anliegen gesammelt. Eine eigens eingesetzte Steuerungsgruppe soll diesen Prozess analysieren und weitertragen.

Unmittelbar vor unserer Jährlichen Konferenz ist die Generalkonferenz unserer Kirche in Portland/Oregon/USA zu Ende gegangen. Mit 2 stimmberechtigten Delegierten liegt Österreich sicher im Spitzenfeld des Verhältnisses zwischen Mitbestimmungsmöglichkeit und bekennenden Mitgliedern unserer Kirche. Inhaltlich war die Generalkonferenz geprägt von der Buntheit und den großen Gegensätzen einer weltweiten Kirche. Das Thema der menschlichen Sexualität begleitet unsere Kirche schon seit Jahrzehnten. Sie hat den Sitzungsalltag der ersten Tage der Konferenz gelähmt und sie nahe an eine von manchen angedachte Spaltung gebracht. Der Bischofsrat hat dies abgelehnt und unsere Jugend hat ein beeindruckendes Zeichen an dieser Generalkonferenz gegeben, indem sie geschlossen gegen diese Spaltungstendenzen aufgestanden ist.

Unsere theologische Hochschule in Reutlingen/Deutschland hat den Status der unbefristeten staatlichen Anerkennung erhalten. Im Oktober 2016 wird eine theologische Woche „Glauben leben in einer Welt religiöser Vielfalt“ veranstaltet.

Die Laienfortbildung wird 2017 für ein Jahr ausgesetzt, hat sie doch auch schon viel Frucht gebracht. Das Reformationsjubiläum wird so viele Veranstaltungen generieren, dass hier eine Pause sicher gut tun wird.

2017 wird es erstmalig vom 12.7. - 16.7.2017 eine Sommerfreizeit für alle geben. Neben Freizeitangeboten, Workshops und Andachten soll sie uns Gelegenheit bieten, Mitglieder anderer Gemeinden in Österreich kennenzulernen.

Das Frauennetzwerk arbeitet bewährt gut und konnte den EmK-Aufbau in Albanien sowie junge Frauen in Bolivien unterstützen. Der Vorstand wurde vor kurzem neu gewählt Ziel ist es, noch mehr Frauen für die Arbeit des Netzwerkes zu begeistern.

Personelle Veränderungen

Die diesjährige Jährliche Konferenz hat große personelle Veränderungen gebracht. Dabei bleibt der Schmerz, das Erinnern und Gedenken sowie die Wahrnehmung ernsthaften Verlustes nicht aus, wenn Menschen, die wir schätzen und lieben gelernt haben, uns verlassen, welch unterschiedlichen Gründe dabei auch eine Rolle spielen mögen. Gleichzeitig sind wir guter Hoffnung, dass Gott uns weiter begleitet und Neues entstehen kann und wird.
Lothar Pöll wird mit September sein Amt nach 15 Jahren Dienst als Superintendent an Stefan Schröckenfuchs übergeben. Am 1. .Juli findet in der Emk Wien-Fünfhaus ein Fest statt, um ihn gebührend zu verabschieden. Die Amtseinführung von Stefan Schröckenfuchs wird am Sonntag, 18.09.2016 um 17:00 Uhr in Wien Fünfhaus mit einem feierlichen Festgottesdienst begangen.
Markus Fellinger wechselt nach 31 Jahren Dienst in der EmK in den Dienst der Evangelischen Kirche A.B., wo er wie zuletzt im Bereich der Gefängnisseelsorge tätig sein wird, aber somit auch die Möglichkeit erhält, eine volle Pastorenstelle zu bekommen. Er hat über viele Jahre die Jugendarbeit geleitet und die heutige Ausbildung für Laien mit aufgebaut.
Anke Neuenfeldt wechselt nach 20 Jahren Dienst in der EmK Österreich in die EmK der Süddeutschen Konferenz. Eine familienfreundliche Lösung wird dort möglich sein. Dazu Lothar Pöll: „Mit Anke verlässt eine profunde, feministische Theologin unsere Kirche. Ihr Dienst als Pastorin in Wien-Fünfhaus und Graz sowie im Kinder- und Jugendwerk hat viele Menschen geprägt“.
Mit Martin Siegrist und Sarah Kudaya von der englischsprachigen Gemeinde in Wien wird der Kirchenvorstand deutlich verjüngt. Wir freuen uns über diese Bereitschaft und den frischen Wind, den sie bringen werden.
Livia Stiller von der evangelischen Kirche A.B. konnte als neue Jugendreferentin gewonnen werden. Sie hat bereits einschlägige Erfahrung im Bereich der Jugendarbeit und wird ihren teilzeitlichen Dienst nach Absolvierung ihres Studienaufenthaltes in Jerusalem im Februar 2017 bei uns aufnehmen.
Frank Moritz Jauk ist bereit, einen Dienst in der EmK Graz zu übernehmen. Er wird dafür für ein Jahr als Laienpastor unter der Aufsicht von Stefan Schröckenfuchs angestellt.

 

Foto: Die Delegierten diskutieren während der Abendeinheit "Zukunft der Kirche". Mehr Fotos