Mitglieder des Judicial Council 2016 bis 2020. (v. l.) Vordere Reihe: Ruben T. Reyes (Vizepräsident), N. Oswald Tweh Sr. (Präsident), Rev. Luan-Vu Tran (Sekretär). Hintere Reihe: Deanell Reece Tacha, Lídia Romão Gulele, the Rev. Øyvind Helliesen, Rev. Dennis Blackwell, Rev. J. Kabamba Kiboko. (Nicht auf dem Bild Beth Cape) / Photo by Kathleen Barry, United Methodist Communications

Der Rechtshof (Judicial Council) der United Methodist Church (Evangelisch-methodistischen Kirche) tagt erstmals in seiner Geschichte in Europa, nämlich vom 23. bis zum 26. Oktober 2018 in Zürich. Er prüft auf Antrag die rechtliche Übereinstimmung von bischöflichen Entscheiden und von Beschlüssen der nationalen, kontinentalen und weltweiten Kirchenparlamente der Evangelisch- methodistischen Kirche (EMK) mit dem methodistischen Kirchenrecht. Seine Entscheidungen sind endgültig.

Der Rechtshof tagt üblicherweise zweimal jährlich. Diese Herbsttagung ist erst die zweite überhaupt, die ausserhalb der USA und die erste, die in Europa stattfindet. Vom 23. bis 26. Oktober treffen sich in Zürich die neun gewählten Mitglieder, unter ihnen vier weibliche und fünf männliche. Termine, Inhalte und Entscheidungen seiner Tagungen veröffentlicht der Rechtshof jeweils im Internet. Er tagt nicht öffentlich, kann aber mündliche Anhörungen, die öffentlich sind, durchführen.

Von der Ruhestandsregelung bis zur Teilnahmegebühr

Auf der Tagung in Zürich Altstetten wird diesmal beispielsweise ein Beschluss der Generalkonferenz aus dem Jahr 2016 zur Ruhestandsregelung von Bischöfinnen und Bischöfen verhandelt. Auch geht es um Verfahrensfragen bei Statusänderungen pastoraler Mitglieder. Ebenfalls wird entschieden, ob die für die ausserordentliche Generalkonferenz 2019 ursprünglich angedachte Anmelde- bzw. Teilnahmegebühr für Besucher legitim ist oder eine unstatthafte Einschränkung der Zugangsmöglichkeit zu den Verhandlungen des höchsten demokratisch-parlamentarischen Gremiums der Methodisten auf Weltebene darstellt.

Vorgängige verfassungsrechtliche Prüfung beantragt

Von Brisanz könnte ein Antrag auf vorgängige Prüfung der auf der nächsten, ausserordentlichen Generalkonferenz 2019 zu verhandelnden drei Antragspakete im Zusammenhang mit der Haltung der EMK zur Homosexualität sein. Das Abstimmungsergebnis der Generalkonferenz wird je nach Paket unterschiedliche Rechtsänderungen zur Folge haben. Mit der nun vorgesehenen Prüfung sollen schon im Vorfeld allfällige verfassungsrechtliche Bedenken ausgeräumt werden.

Mündliche Anhörung ist per Livestream öffentlich

Deswegen stösst die Verhandlung des Rechtshofes auf Interesse. Er führt zu den drei Beschlussanträgen am 23. Oktober eine mündliche Anhörung durch. Diese Anhörungen werden per Livestream öffentlich zugänglich gemacht (http://www.umc.org/live). Der Rechtshof kann den Antrag auf vorgängige Rechtsprüfung auch zurückweisen und erst nach dem Beschluss der ausserordentlichen Generalkonferenz 2019 tätig werden.

Weitere Informationen.

Webseite Judicial Council: http://www.umc.org/who-we-are/judicial-council.

Sigmar Friedrich / Bereich Kommunikation EmK Schweiz