Die EMK-Gemeinde in Sid (Serbien) war im Mai dieses Jahres von den gewaltigen Überschwemmungen verschont geblieben. Doch dann standen da plötzlich Menschen aus Jamena, einem gut 30 Kilometer entfernten Dorf unweit der Grenzen zu Bosnien und zu Kroatien. Auch dort war die Sava über die Ufer getreten und hatte grosse Zerstörungen verursacht. Die Menschen brauchten deshalb Hilfe. Und die EMK-Gemeinde in Sid beschloss, etwas zu tun.

Fünf Familien mit insgesamt 15 Personen, darunter auch eine schwangere Frau, fanden eine Zuflucht im Kirchengebäude. Nicht nur für zwei oder drei Nächte – sie wohnten während 37 Tagen dort. Doch die Kirche war mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Da gingen auch Menschen ein und aus, die das, was sie hatten, mit diesen fünf Familien zu teilen bereit waren. Menschen, die ganz einfach Liebe verschenkten und Hoffnung. Menschen, die gerade dadurch auch etwas von ihrem Glauben für andere erlebbar machten.

Das Rote Kreuz sorgte jeweils für das Frühstück, die Mitglieder und Freunde der EMK-Gemeinde und der Baptisten-Gemeinde brachten Gemüse, Fleisch und andere Lebensmittel, damit die Familien sich selber jeweils das Mittagessen kochen konnten. Jeden zweiten Tag brachten sie auch einen Kuchen vorbei. Und an den Sonntagen kochten jeweils Menschen aus der Gemeinde für die Familien. Die Ökumenische Hilfsorganisation EHO aus Novi Sad stellte hygienische Artikel zur Verfügung. Die Gäste ihrerseits halfen, wo sie konnten. Sie putzten beispielsweise Fenster, mähten den Rasen oder reinigten die ganze Kirche.

Pastor Novica Brankov sagt über diese Zeit: «Wie haben wie eine Familie zusammengelebt.» Nun sind die Menschen wieder gegangen. Ein Nothilfebetrag von Connexio, dem Netzwerk für Mission und Diakonie, hat ermöglicht, dass die Familien eine Unterstützung für eine Dachreparatur erhalten haben, Material für einen neuen Verputz des Hauses, Rigipsplatten, eine Waschmaschine oder auch Baby-Artikel.

Und die Kontakte sind mit dem Auszug nicht abgebrochen, sondern bestehen weiter. Es finden gegenseitige Besuche statt. Und Pastor Brankov ist dankbar: «Ich bin sehr froh, dass wir als Kirche bereit waren, anderen in Not zu helfen.»

Quelle: Sekretariat des Bischofs Dr. Patrick Streiff, Zürich