Die Hochwasserkatastrophe in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien verursacht unvorstellbares Leid, und die langfristigen Auswirkungen sind nur schwer abzuschätzen.

Dutzende Menschen haben ihr Leben in den überschwemmten Gebieten von Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien verloren. Zehntausende mussten evakuiert werden und verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Die unmittelbaren Schäden sind unvorstellbar, und welche mittel- und langfristigen Auswirkungen die Hochwasserkatastrophe auf die ohnehin wirtschaftlich gebeutelten Länder haben wird, lässt sich derzeit erst recht nicht abschätzen. Staatliche Einsatzkräfte und zivile Helferinnen und Helfer arbeiten rund um die Uhr, um den am meisten betroffenen Menschen zu helfen und um durch die Verstärkung von Dämmen längs der gewaltige Wassermengen führenden Flüsse weitere Überschwemmungen zu verhindern.

Zwar liegt der geographische Schwerpunkt der Überschwemmungen in Serbien eher auf den südwestlichen Teilen des Landes (südlich der Sava), während sich die 14 Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche nördlich von Belgrad befinden. Es sind deshalb gemäss Superintendentin Ana Palik-Kunčak keine Schäden bekannt – einmal abgesehen von da und dort eindringendem Regenwasser. Doch auch in den serbischen EMK-Gemeinden ist die Betroffenheit gross. Ana Palik-Kunčak: «Die ganze Situation mit den Überschwemmungen ist sehr belastend. Aber die Menschen in Serbien sind sehr miteinander verbunden, und es herrscht eine grosse Einheit. Die Solidarität ist gross, und jeder macht, was er kann.»

In den Gemeinden wurden Kleider gesammelt, welche – zusammen mit Hunderten von Wasserflaschen – dem Roten Kreuz übergeben wurden. In Šid, nahe der Grenze zu Kroatien, wurden zudem auch 40 Notbetten für die allfällige Unterbringung von evakuierten Personen vorbereitet. Soweit dies möglich ist, wollen sich die Menschen in den Gemeinden auch in finanzieller Hinsicht an der Hilfe für die Bedürftigen beteiligen.

Schon vor diesen Überschwemmungen sind die Menschen in Serbien durch schwere Zeiten gegangen. Nun wird die Situation für viele nochmals schwieriger – für jene, welchen die Katastrophe die unmittelbaren Lebensgrundlagen vernichtet hat. Mittel- und längerfristig möglicherweise aber auch für jene, welche von den Wassermassen mehr oder weniger verschont geblieben sind. Wenn – als Folge der Zerstörung grosser Agrarflächen – die Lebensmittelpreise steigen, zum Beispiel, ohne dass sich die ohnehin oft sehr tiefen Gehälter im Gleichschritt entwickeln.

Seit vielen Jahren gibt es eine bemerkenswerte internationale Solidarität mit den EMK-Gemeinden in Serbien. Diese soll auch in Zukunft bestehen, damit die EMK in Serbien – gerade auch in schwierigen Zeiten – durch ihr Zeugnis und Dienst Glauben, Liebe und Hoffnung weitergeben kann.

Um die Menschen nach der schweren Flut zu unterstützen, bittet die Diakonie Österreich Katastrophenhilfe um Spenden. Auch über das Bischofsbüro können Spenden für direkt und indirekt vom Hochwasser Betroffene weitergeleitet werden. 

Quelle: Sekretariat des Bischofs Patrick Streiff, Zürich