Freude und Dankbarkeit über den erfolgreichen Studienabschluss des methodistischen Studenten Mustafa Isufi (vierter von links; links neben ihm der für Albanien zuständige EmK-Superintendent Wilfried Nausner). Er studierte im regionalen Studienzentrum der Kirche des Nazaraners für Albanien und den Kosovo.

Unverwirklichte Pläne können Enttäuschung zurücklassen. Manchmal sind es aber geschlossene Türen, die auf ganz besonderen Wegen zum Segen werden.
Die Kirche des Nazareners, eine in der wesleyanischen Tradition stehende Freikirche, hatte 1965 in der beim schweizerischen Schaffhausen gelegenen deutschen Exklave Büsingen eine internationale Bibelschule gegründet. Dort sollten Männer und Frauen auf die Ordination und den Dienst im Reich Gottes vorbereitet werden. Schon in den frühen 1990er-Jahren begann die Schule einen Prozess, der neben der Weiterführung des Campus in Büsingen auch die Schaffung dezentraler Studienzentren in europäischen Ländern zur Folge hatte. Diese Studienzentren sollten Männern und Frauen eine theologische Ausbildung ermöglichen, die nicht in Büsingen studieren konnten – auch weil sie der englischen Sprache nicht mächtig waren. Doch dann wurde die Bildungsstätte mit unvorhersehbaren Entwicklungen konfrontiert, die letztlich zum Entscheid führten, das Campus-Programm aus studienbezogenen, finanziellen und personellen Gründen im Sommer 2011 zu schliessen.

Die theologische Ausbildung ging und geht jedoch weiter – dezentral in heute fünfzehn regionalen Studienzentren. Als die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Albanien vor der Frage stand, wo ihre künftigen Pastoren eine Ausbildung in albanischer Sprache absolvieren konnten, zeigte sich im regionalen Studienzentrum der Kirche des Nazaraners für Albanien und den Kosovo eine verheißungsvolle Antwort. Mustafa Isufi, seit vielen Jahren umsichtiger und menschenzugewandter Leiter der EmK-Gemeinde in Pogradec und Mitglied des Leitungsteams der EmK in Albanien, absolvierte dort in den vergangenen Jahren das gesamte Studienprogramm. Vor einem Monat konnte er das entsprechende Diplom entgegennehmen. Die einem vollen Bachelor-Studiengang entsprechende Ausbildung war für ihn herausfordernd, musste er sie doch nebenberuflich absolvieren. Umso mehr ist der erfolgreiche Abschluss Grund zur Freude und Dankbarkeit – und Ansporn für die zwei anderen evangelisch-methodistischen Studenten aus Albanien, Florian Çela und Gjergj Lushka.

»Als Pastor wird von mir erwartet, dass ich eine Koordinationsrolle im kirchlichen Leben, in der Begleitung von Projekten sowie in der Beziehung mit den Bedürftigen übernehme. Manchmal gelingt es uns durch unseren Glauben und durch tätige Liebe, ein kleines Licht Hoffnung, Ermutigung und Liebe an andere weiterzugeben. Manchmal gelingt uns dies auch nicht. Unabhängig davon bleibt es aber meine Aufgabe, mit Menschen auf ihrem Glaubens- und Lebensweg unterwegs zu sein.« Mit dieser Überzeugung führt Mustafa Isufi seinen wertvollen Dienst in der sich erfreulich entwickelnden EmK in Albanien weiter. Dass er dabei Segensspuren hinterlassen kann, hängt auch ein wenig damit zusammen, dass sich vor Jahren in einem kleinen Dorf am Rhein eine Tür geschlossen hat.

Bildnachweis: EmK Schweiz