Die Ereignisse der Generalkonferenz am dritten Tag: Bischof Bruce Ough ist der neue Präsident des EmK-Bischofsrats und die »Regel 44« wurde abgelehnt. Wie zum Redaktionsschluss der gestrigen emk.de-Meldung noch bekanntgeworden, war die »Regel 44« von einer Mehrheit der Delegierten der in Portland (USA) tagenden EmK-Generalkonferenz abgelehnt worden.

Diese Regel zielte darauf ab, die Behandlung von strittigen Themen zunächst in Kleingruppen zu ermöglichen. Auf diese Weise hätten alle Delegierten die Möglichkeit gehabt, zunächst in einer kleinen Gruppe über das kontroverse Thema zu sprechen, statt nur im »großen parlamentarischen Verfahrensprozess«. »Leider«, so erzählt der Delegierte der Ostdeutschen Konferenz, Werner Philipp, »haben die ermutigenden Worte in Predigten und Bischofsbotschaft und die schon gemachten positiven Erfahrungen in den Kleingruppen nicht dazu geführt, das Gnadenmittel des ›Christian Conferncing‹ auch für die vertrauensvolle Erörterung strittiger Themen wie die Haltung der Kirche zur Homosexualität in Anspruch zu nehmen.« Gegen diese Regelung hatten 477 Delegierte (55 Prozent) gestimmt, für diese Regelung sprachen sich 355 Delegierte (41 Prozent) aus. »Schade, dass es offenbar immer noch an gegenseitigem Vertrauen und Offenheit gegenüber Gottes überraschendem Handeln mangelt und sich so eine Art Selbstblockade fortsetzt«, kommentiert der Pastor der Dresdner Emmaus-Gemeinde dieses für viele Konferenzteilnehmer sehr einschneidende Ereignis.

Bruce Ough als neuer Präsident des Bischofsrats eingeführt

Bei der Ratstagung des Internationalen Bischofsrats der EmK im Mai letzten Jahres in Berlin war Bischof Bruce Ough als designierter Präsident des Bischofsrats gewählt worden. Während der gestrigen Sitzung der Generalkonferenz wurde der für die Region Dakotas-Minnesota zuständige Bischof in sein Amt eingeführt. Dazu erhielt er aus der Hand seines Vorgängers, Bischof Warner Brown, den Sitzungshammer überreicht. Die Kirche müsse ihre Geschichte erzählen, predigen, weiterentwickeln und leben, betonte Ough im Rahmen der Übernahme des Vorsitzes im Bischofsrat. »Ich stelle mir unsere Kirche so vor: wir werden zu einer Bewegung Gottes, die sich darüber klar ist, Menschen in eine Beziehung mit Jesus einzuladen und sie so auszurüsten, dass sie als engagierte Nachfolger Jesu in der Welt einen Unterschied ausmachen«, sagte der im US-Bundesstaat Nord-Dakota aufgewachsene und jetzt in Minneapolis (US Bundesstaat Minnesota) residierende Bischof.

Veränderung von innen

Die Predigt im Morgengottesdienst des gestrigen Konferenztages hielt Christian Alsted, Bischof des Bischofgebietes Nordeuropa/Baltikum. Am Beispiel des römische Hauptmanns im Matthäusevangelium (8,5-13), der sich nach Heilung und Erneuerung ausstreckte und sich bedingungslos Jesus anvertraute, erläuterte er echte Demut und ganze Hingabe. Gerade für die vielbeschäftigten und zweckorientierten Gemeinden in der westlichen Wohlstandsgesellschaft sei dies eine Herausforderung. Das heilende Wort Jesu verändere Menschen von innen her und setze sie frei im Dienst für ihre bedürftigen Mitmenschen und für eine verwundete Welt, die unter Terrorismus, Krieg und Umweltzerstörung leidet. »Jeder kann im Alltag nach diesem Wort Jesu fragen und sich für den heilenden Dienst an der Welt zur Verfügung stellen«, rief der in Kopenhagen lebende Bischof die Delegierten auf.

Quelle: Klaus Ulrich Ruf, Emu.de

Foto: © Mike DuBose, UMNS