Vom 12. bis 16. März 2014 tagt das Exekutivkomitee der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa der Evangelisch-methodistischen Kirche. Bischof im Ruhestand Heinrich Bolleter wird an dieser Tagung in Sofia (Bulgarien) nicht mit dabei sein. Und trotzdem werden die Anwesenden auf ganz besondere Weise an ihn denken.

Am 17. März 2014 werden genau 25 Jahre vergangen sein, seit Heinrich Bolleter zum Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) gewählt wurde. Als die Delegierten aus acht europäischen und zwei nordafrikanischen Ländern damals in Baden (Schweiz) zur alle vier Jahre stattfindenden Tagung der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa zusammen kamen, war die Zeit noch eine andere. Noch gab es eine starke Trennung zwischen Ost und West. Noch gab es viele Hindernisse für die kirchliche Arbeit im östlichen Mitteleuropa und auf dem Balkan. Doch die Delegierten trauten dem damals 47-jährigen Pfarrer zu, als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Bischofs Franz Schäfer die EmK in einem der weltweit vielfältigsten Bischofsgebiete auch unter diesen Bedingungen zu beaufsichtigen und zu leiten. Wenige Monate später fiel die Berliner Mauer, und als Folge davon eröffneten sich viele neue Möglichkeiten für Zeugnis und Dienst der Kirche. Es war ein steiler Einstieg in ein herausforderndes Amt.

1993 in Bern-Bümpliz (Schweiz) wurde Heinrich Bolleter als Bischof wiedergewählt – nicht wieder für eine befristete Zeit wie vier Jahre zuvor in Baden, sondern auf Lebenszeit. Im selben Jahr legte er mit «Befreiung zur Solidarität» auch seine erste Bischofsbotschaft vor. In seinem insgesamt 17-jährigen Dienst als aktiver Bischof sollten noch drei weitere Botschaften folgen:

1997 in Aarau (Schweiz): «Kirche sein – Kirche werden auf dem Weg ins dritte Jahrtausend»

2001 in Bülach (Schweiz): «Freude am Evangelium – dem Leben und den Menschen nahe. Konturen einer Minderheitskirche»

2005 in Bern (Schweiz): «Eine lebendige Gemeinschaft – weil Gott das Leben liebt»

Alle diese Botschaften waren als Wegweisung und Ermutigung für den Weg in die Zukunft gedacht – und sie gaben gleichzeitig Zeugnis vom Leben und Glauben der EmK im Wandel der jeweiligen Zeit. Nur ein kleines Beispiel für diesen Wandel: Als Bischof Heinrich Bolleter Ende Mai 2006 in den Ruhestand trat, war sein bischöfliches Aufsichtsgebiet auf 14 Länder angewachsen und damit noch bunter geworden.

Nun hat Bischof im Ruhestand Heinrich Bolleter – der Grenzgänger zwischen den Kulturen und der Brückenbauer in den Brüchen der Zeitgeschichte und den Neuaufbrüchen der EmK und ihrer Gemeinden in Mittel- und Südeuropa sowie in Nordafrika – seine vier Bischofsbotschaften in einem 112-seitigen Buch herausgegeben: «Freude am Evangelium» (2014 Books on Demand GmbH, Norderstedt, ISBN 9783732296958). Es ist zum Preis von EUR 7.90 überall im Buchhandel erhältlich und kann mit der ISBN-Nummer 9783732268382 auch als E-Book erworben werden.

Quelle: Bischof i.R. Heinrich Bolleter / Urs Schweizer, Assistent des Bischofs