Erstmals haben sich VertreterInnen der protestantischen Kirchen in Europa zu einer Gottesdienstkonsultation getroffen.

Bei dem von der GEKE im Michaeliskloster Hildesheim veranstalteten Treffen ging es um die zentrale Bedeutung des Gottesdienstes und der Kirchenmusik für die evangelischen Kirchen heute unter dem Motto „Einheit der Kirche – Vielfalt der Liturgien”. Nicht die Vielfalt an sich ist ein Problem in der Kirchengemeinschaft, sondern die mangelnde Bereitschaft mit Menschen zu feiern, die anders (an Gott) glauben. – Mit dieser Provokation rief der Züricher praktische Theologe Ralph Kunz die Teilnehmenden zur Sache, oder besser: zur Mitte Jesus Christus. Als Kirche, die das Lied der Freiheit singt, sind wir einladend und attraktiv. Musik ist ein zentrales Markenzeichen der evangelischen Kirchen im 21. Jahrhundert – so ermutigte Jochen Arnold die Delegierten, den reformatorischen Schatz des geistlichen Liedes weiter zum Klingen zu bringen. Gegenstand von Workshops und Diskussionen war u.a. der Umgang mit liturgischer Sprache. Zeitgenössisch und dennoch geistlich, wie geht das? Immer wieder stieß die Gruppe auf die Spannung von Konzentration auf die Mitte und Öffnung nach außen, die sich im Gottesdienst ebenso zeigt wie in der Musik. Qualität im Gottesdienst und missionarische Ausrichtung waren weitere Aspekte dieser Debatte. Außerdem beschäftigten sich die Liturgie- und KirchenmusikexpertInnen mit der europaweiten Feier des 500. Reformationsjubiläums. Über den Gottesdienst wurde nicht nur lebhaft diskutiert, die Gruppe war auch eine feiernde Gemeinde: in einem festlichen Abendmahlsgottesdienst mit Landesbischof Ralf Meister, einem ökumenischen Nachtgebet im restaurierten Hildesheimer Dom oder einem mehrsprachigen liturgischen Rundgang in St. Michael. Die Teilnehmenden der Konsultation kamen aus zahlreichen Ländern: Dänemark, Rumänien, Finnland, Frankreich, Belgien, Deutschland, Lettland, Estland, Liechtenstein, Italien, Tschechien, Irland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.

Quelle: www.leuenberg.eu
Autor: I. Monjencs

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