Ökumenisches Mittagessen in Wien zum 65. Geburtstag von Pastor Lothar Pöll

Zu einem Fest der Ökumene im Geist des Wortes des Propheten Joel „Freut euch und seid fröhlich im Herrn, eurem Gott“ wurde am Montag, 5. Dezember, ein Mittagessen in Wien. Der Kirchenvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche hatte aus Anlass des 65. Geburtstags von Pastor Lothar Pöll, seit kurzem emeritierter Superintendent der methodistischen Kirche und scheidender Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), zu diesem Essen eingeladen. Der Präsident des Kirchenvorstands, Dr. Roland Siegrist, würdigte Pölls „lebenslanges Zeugnis für Christus“, seine Wegbegleitung für Menschen in schwierigen Situationen, seine „absolute Zuverlässigkeit und Freundschaft“. Siegrist würdigte auch Helga Pöll für das Mittragen des Dienstes ihres Mannes. Durch ihre Herzlichkeit habe sie viele Menschen erreicht und Beziehungen entstehen lassen.

Pölls Nachfolger als ÖRKÖ-Vorsitzender, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, hob die Bescheidenheit seines Vorgängers hervor und seinen vom diakonischen Auftrag seiner Kirche geprägten Einsatz für an den Rand gedrängte Menschen, Flüchtlinge, Armutsgefährdete. Aber auch Lothar Pölls Kreativität als Musiker, Maler und Zeichner, literarisch begabter Übersetzer englischer Liedtexte. Pöll, der ursprünglich gelernter Elektrotechniker war und dann erst zur Theologie und zur Berufung als Pfarrer gefunden habe, sei letztlich davon geprägt, alles „zur Ehre Gottes“ zu unternehmen. Unauffällig in der Aufmachung aber scharfsinnig, unterhaltsam, inspirierend und lehrreich seien seine Predigten, die vielfach von der menschenfreundlichkeit Gottes sprechen. Als Vorsitzender des ÖRKÖ hinterlasse er bleibende Spuren, u.a. durch das Projekt „Solidarische Gemeinde“ in Weiterführung des Ökumenischen Sozialworts.

Festessen für Superintendent Pöll

In seinen Dankesworten erinnerte Pöll an kirchliche Persönlichkeiten, die viele Jahre im Ökumenischen Rat der Kirchen engagiert waren, wie Erika Tuppy von der reformierten Kirche, sein Vorgänger als methodistischer Superintendent, Prof. Helmut Nausner, oder der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin. Die Herausforderungen durch die gesellschaftliche Entwicklung würden auch in Zukunft nicht kleiner werden, betonte der scheidende ÖRKÖ-Vorsitzende, der im Frühjahr nach Linz übersiedeln und weiterhin als Seelsorger tätig sein wird. Der ÖRKÖ müsse wie in der Vergangenheit versuchen, mit bescheidenen Ressourcen diesen Herausforderungen zu entsprechen.

An der Feier nahmen zahlreiche Persönlichkeiten der Ökumene – unter ihnen der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis), der römisch-katholische „Ökumene-Bischof“ Manfred Scheuer, der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, Pölls Nachfolger als methodistischer Superintendent Stefan Schröckenfuchs und der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner – teil.

Die Evangelisch-methodistische Kirche wünscht Lothar und Helga Pöll Gottes reichen Segen für diesen neuen Lebensabschnitt! Wir sind dankbar und beschenkt durch Euer Wirken und das Vorbild, das ihr uns gebt!

Quellen: oekumene.at; EmK Österreich. Bildquelle: Bernhard Pöll