„Ich freue mich, dass auch für Angehörige anderer Religionsgemeinschaften die Möglichkeit eröffnet wird, einen selbstgewählten Feiertag zu haben“, so Bischof Bünker zur neuen Lösung der Regierung. Foto: epd/Uschmann

Urlaubstag muss aus bestehendem Kontingent genommen werden

Wien (epdÖ) – Die heute von der Regierung vorgestellte neue Karfreitagsregelung, wonach jede/r einen „persönlichen Feiertag“ aus dem bestehenden Urlaubskontingent einseitig festlegen kann, beurteilt der evangelisch-lutherische Bischof differenziert. Positiv sei, dass die sehr umstrittene Variante mit dem halben Feiertag ab 14.00 Uhr „vom Tisch“ sei. Positiv sei weiters, „dass nun Evangelische die Möglichkeit haben, den ganzen Karfreitag als ihren Feiertag zu begehen“. Außerdem, so der Bischof, sei diese Lösung diskriminierungsfrei. „Ich freue mich, dass auch für Angehörige anderer Religionsgemeinschaften die Möglichkeit eröffnet wird, einen selbstgewählten Feiertag zu haben“, sagte Bünker.

Als „Wermutstropfen“ bezeichnete der Bischof allerdings die Tatsache, „dass dieser selbstgewählte Feiertag aus dem bestehenden Urlaubskontingent zu nehmen ist“.

Schröckenfuchs: Hurra-Rufe halten sich in Grenzen

Die aktuelle Lösung sei auf jeden Fall besser als die 14-Uhr-Lösung, die nur Probleme geschaffen habe, sagte der evangelisch-methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Die „Hurra-Rufe“ würden sich jedoch auch in Grenzen halten. Ein freier Karfreitag für alle wäre definitiv sein Wunsch gewesen, dass sich Evangelische jedoch frei nehmen könnten sei „auf jeden Fall zu begrüßen“, so Schröckenfuchs.

Hennefeld: Ein bitterer Beigeschmack

Glücklich sei er nicht mit der Lösung, da sie eine Schlechterstellung der Evangelischen bedeute, betont der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Im Vordergrund stehe für ihn aber, „dass wir den höchsten Feiertag im Jahr als ganzen Feiertag feiern können und hier keine Abstriche gemacht werden müssen.“ Ein bitterer Beigeschmack bleibe sehr wohl bestehen.

Lederleitner: „Etikettenschwindel“

Gemischte Gefühle hat der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner. Positiv finde er, dass es allen Angehörigen von Religionsgemeinschaften möglich wird, an einem besonderen Feiertag frei zu nehmen. Dennoch stellt die Altkatholische Kirche Österreichs in einer Aussendung fest, dass den altkatholischen und evangelischen Minderheitskirchen etwas weggenommen wird. Der persönliche Urlaubstag sei ein „Etikettenschwindel“.

Römisch-katholische Bischofskonferenz begrüßt neue Karfreitagsregelung

Die Österreichische Bischofskonferenz begrüßt die nun von der Regierung vorgeschlagene Regelung. „Es ist erfreulich, dass eine Lösung gefunden wurde, die für Evangelische und Altkatholiken akzeptabel ist und ihnen ermöglicht, den Karfreitag als Feiertag in gewohnter Weise zu begehen.“ Das sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress.

Der Römisch-katholischen Kirche sei es von allem Anfang an wichtig gewesen, dass Evangelische weiterhin den Karfreitag als Feiertag begehen können, erinnerte Schipka und verwies auf die Aussage von Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag, 24. Februar, der das erneut angemahnt hatte. Dass jetzt eine zufriedenstellende Lösung zustande gekommen sei, „ist Zeichen einer religionsfreundlichen Politik gerade im Blick auf Minderheiten“, unterstrich Schipka.

Quelle: evang.at / epdÖ