Building Bridges in Multicultural Congregations - Brücken bauen in multikulturellen Gemeinden. Unter diesem Motto tagte von 7.-10. Juni die 89. Sitzung der Jährlichen Konferenz Österreich in der Englischsprachigen Gemeinde in Wien.

Der erste Verhandlungstag der diesjährigen Jährlichen Konferenz begann mit einer Morgenandacht, gestaltet von Christoph Klaiber, dem Gastdelegierten aus der süddeutschen Jährlichen Konferenz.

Der Bericht des Superintendenten, vertreten durch Superintendent Stefan Schröckenfuchs, war gekennzeichnet vom Reformationsjahr 2017, dem Konferenzthema „building bridges“ und dem Gedenkjahr 2018. Im Rückblick auf das Reformationsjahr sind vor allem die vielen guten und gewachsenen Beziehungen zwischen den evangelischen Kirchen hervorzuheben, ebenso wie die gemeinsame Kommunikation bei Veranstaltungen oder die gemeinsame Webseite. Auch eine klare Verortung des „E“ in der EmK wurde deutlich.

Beim Thema „Brückenbauen“ entstand dann auch die erste längere Diskussion unter den Teilnehmenden: Was sind die Chancen und Grenzen dieses Bildes? Wo impliziert eine Brücke Gräben, die es gibt oder nicht gibt? Hilft uns ein gemeinsames Thema, das wir in allen Gemeinden bearbeiten können?

Als letzten inhaltlichen Punkt erwähnte der Superintendent die gute Erinnerungskultur, zu der Österreich gefunden hat. Gleichzeitig betonte er aber auch, wie wichtig es für uns Kirchen ist, wachsam zu sein und zu bleiben. Insbesondere dann, wenn Feindbilder gesucht und erzeugt werden und wenn Solidarität mit den Schwächeren in unserer Gesellschaft erforderlich ist.

Es folgte der Bericht des Kinder und Jugendwerkes, vertreten durch Martin Obermeir-Siegrist und unsere Jugendreferentin Livia Stiller. Auf den Punkt gebracht: Jugendliche sind schwer zu motivieren, aber wenn sie da sind, gelingen tolle Veranstaltungen, die allen Beteiligten viel Freude machen. Herzliche Einladung an dieser Stelle nach Graz: Hier findet vom 25. -28. Oktober 2018 das europaweite regionale Taizetreffen statt.

Im Bericht des Diakonie Zentrums Spattstraße, vertreten durch Geschäftsführerin Andrea Boxhofer, wurde wieder einmal die vielfältige Arbeit und die verschiedensten Tätigkeitsfelder unseres Diakoniezentrums sichtbar. Trotz Spardebatte im Land Oberösterreich konnten viele Projekte weitergeführt werden. Der scheidende Direktor der Diakonie, Michael Chalupka, betonte in seinem Grußwort an die Jährliche Konferenz die langjährige gute Zusammenarbeit. Er sei froh, dass methodistische Gemeinden keine Nationalkirchen seien und lobte die Diversität, die dort sichtbar werde. Zu seiner Nachfolgerin Maria Katharina Moser sagte er wörtlich: „Alles wird gut!“

Mit dem Bericht der Zentralkassa und dem Bericht über unser Kircheneigentum wurde das Budget 2018 von der Jährlichen Konferenz in Kraft gesetzt. Die neue, gültige Beitragsordnung, die es unseren Kirchenmitgliedern ermöglicht, den Kirchenbeitrag auch weiterhin steuerlich absetzen zu können, wurde vorgestellt und ebenfalls in Kraft gesetzt.

Beim Bericht über die methodistische Connexio, also unsere weltweite Verbundenheit untereinander als gemeinsame United methodist Church, wurde der aktuelle Stand der Arbeitsgruppe „On a way forward“ vorgestellt, die unserer Kirche einen Weg aus der Misere des Streits um Fragen der menschlichen Sexualität weisen soll. Mittlerweile liegen drei Entwürfe vor, die der kommenden, außerordentlichen Generalkonferenz 2019 in Minneapolis, USA, vorgelegt werden sollen: Der erste Entwurf (»Traditionalist Plan«, in deutscher Übertragung etwa »Entwurf, der die bestehende Ordnung bewahrt«) hält am aktuellen Wortlaut der EmK-Kirchenordnung fest. Dabei wird Wert gelegt auf die konsequente Anwendung der bisherigen Regelungen, dass homosexuelle Handlungsweisen mit der christlichen Lehre unvereinbar sind. Beim zweiten Entwurf (»One Church Plan«, in deutscher Übertragung etwa »Entwurf, die Einheit der Kirche zu bewahren«) wird die Einheit der weltweiten EmK trotz verschiedener Überzeugungen in der Homosexualitätsdiskussion betont. Das ermöglicht den Konferenzen, dieses Thema im jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext zu betrachten und dafür angemessene Ordnungen zu formulieren. Im dritten Entwurf (»Connectional Conference Plan«, auf Deutsch etwa »Entwurf für Konferenz-Verbünde«) wird eine umfassende strukturelle Veränderung der weltweiten EmK beschrieben. Der Bischofsrat hat sich in seiner Empfehlung „mehrheitlich“ für den zweiten Entwurf ausgesprochen, der auf die Bewahrung der Einheit der weltweiten EmK zielt. Die Einheit unserer Kirche ist und bleibt ein Gebetsanliegen.

Nach einem langen Arbeitstag wurden wir mit einem überbordenden, köstlichen, internationalen Buffet verwöhnt bevor es zur Abendveranstaltung ging: Worship & Music in Multicultural Congregations. Terry MacArthur führte uns durch einen Abend, an dem wir verschiedene Anbetungsformen praktizieren und Lieder aus verschiedenen Nationen singen und tanzen konnten. Musik stiftet Identität. Musik gibt uns ein Zuhause. Musik nimmt den Menschen als Ganzes wahr. So entsteht lebendiger Austausch. Terry MacArthur: „First we learn about someone, then we learn for someone, but our goal is to learn with each other.“ Erst lernen wir über jemanden, dann für jemanden, aber unser Ziel ist es, gemeinsam zu lernen. So entsteht echtes, multikulturelles Miteinander.

Frank Moritz-Jauk