Zum diesjährigen Frauentag trafen sich am Nationalfeiertag 20 Frauen aus den österreichischen Gemeinden in Linz. Der 26. Oktober ist zugleich auch der Gründungstag des Weltbundes methodistischer Frauen und das geschah vor 80 Jahren. Im Mittelpunkt der Morgenbetrachtung stand das Emblem des Weltbundes, der Baum des Lebens (nachzulesen in Offenbarung 22,2). Die Blätter der Bäume des Lebens dienen der Heilung der Völker. Ausgehend vom unmittelbaren Umfeld überlegten wir, wo es Not gibt und wie diese geheilt werden könnte. So erhielt der Baum seine Blätter. Dann gibt es um die Früchte, die jeden Monat vom Lebensbaum geerntet werden können: Was dient einem guten Leben? Auch da ist uns viel eingefallen.

Dann führte uns Regula Stotz aus der Schweiz durch ihre Erfahrungen, die sie in ihrer Aktivzeit im Weltbund gemacht hatte: Begegnungen mit Frauen aus allen Erdteilen, Verständigung über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, der eigene Horizont wird weiter und es wird sichtbar, dass die Nöte mancher Frauen viel elementarer sind als bei uns: Hunger, extreme Armut, hohe Kindersterblichkeit, mangelnde Gesundheit der Mütter, HIV / AIDS und andere Krankheiten, die das Leben unmittelbar bedrohen.

Der Nachmittag war dann als Erzählcafé gestaltet. Nebst Regula Stotz erzählten auch Hanni Handschin und Andrea Siegrist aus der Zeit, wo sie im Weltbund tätig waren. So gab es einen Überblick über die letzten 40 Jahre. Wie kam es dazu, dass der Weltbund methodistischer Frauen eine NGO (Nichtregierungsorganisation) bei der UNO wurde? Wie gestalteten sich die Beziehungen zu den Frauen aus Osteuropa in der Zeit des Kalten Krieges? Was waren die wichtigen Themen? Immer wieder wurde sichtbar, dass Frauen aus Österreich Wesentliches zur gelebten Vielfalt und zur Solidarität unter Frauen beigetragen haben.

Zum Schluss ergänzten wir unseren Baum mit weiteren Blättern und Früchten mit dem Blick auf andere Frauen dieser Erde. Durch diesen Tag hat sich unser Blick geweitet. Es ist gut zu wissen, dass wir mit anderen Frauen unterwegs sind, unseren Glauben zu teilen und dem Motto des Weltbundes zu folgen: „Christus kennen und ihn bekannt machen.“

Pastorin Esther Handschin