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Connectional Table empfiehlt Änderungen in der Kirchenordnung

Der «Connectional Table», eine Art Runder Tisch der Evangelisch-methodistischen Kirche auf Weltebene, hat an seiner Sitzung vom 18. Mai 2015 in Nashville beschlossen, der Generalkonferenz 2016 einen Antrag zur Änderung der Kirchenordnung («Book of Discipline») zu unterbreiten. Dieser als Kompromiss verstandene Antrag hätte das Ziel, verurteilende Formulierungen im Blick auf die Homosexualität zu streichen. Die Sozialen Grundsätze hingegen würden nur geringfügige Änderungen erfahren.

Der Vorschlag würde Pastorinnen und Pastoren der EMK künftig erlauben, Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare durchzuführen – auch in kirchlichen Gebäuden. Es handelte sich aber nur um eine Erlaubnis; niemand würde zu einem Engagement dieser Art verpflichtet werden können. Eine weitere Auswirkung der beantragten Änderung wäre, dass offen gelebte Homosexualität sowie die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare nicht länger als strafbare Verstösse von Pastorinnen und Pastoren betrachtet würden. Schliesslich würde der Vorschlag auch die Formulierung eliminieren, dass die Kirche «praktizierte Homosexualität nicht gutheissen» könne, und dass sie «diese Handlungsweise als unvereinbar mit der christlichen Lehre» betrachte. Allerdings würden diese Aussagen als historische Haltung der Kirche anerkannt.

Der «Connectional Table» stimmte dem Vorschlag mit 26:10 zu und bezeichnete ihn als möglichen «dritten Weg», welcher der Kirche helfen könnte, einen Weg aus der festgefahrenen Situation im Blick auf die Homosexualität zu finden. Würde er von der Generalkonferenz angenommen, würden künftig die Gewissensentscheidungen der Pastorinnen und Pastoren gestützt. Die Kompetenz der Jährlichen Konferenzen, über die Eignung einer Person zur Ordination zu befinden, würde dadurch jedoch nicht beschnitten.

«Ich hoffe, dass etwas von dem, was ich auf dem langen Weg zu dieser Entscheidung beobachten konnte, auch in unseren Gemeinden, an unseren Jährlichen Konferenzen und an der Generalkonferenz geschehen kann – ein sorgfältiges, respektvolles und aufrichtiges Gespräch und das ernsthafte Verlangen, Gottes Willen zu erkennen.» So fasste Bischof Bruce R. Ough, Präsident des «Connectional Table», seine Gedanken zusammen.

Für den Entwurf dieses Vorschlags war ein Team unter der Leitung von Superintendentin Kennetha J. Bigham-Tsai (West Michigan Conference) verantwortlich. Die Arbeit des Teams geschah auf dem Hintergrund folgender Prämissen:

- die zentrale Bedeutung unserer Mission
- unser Anspruch auf Einheit um der Mission willen
- unsere Identität als Christinnen/Christen und als Methodistinnen/Methodisten

Es ist zu erwarten, dass die Delegierten an die Generalkonferenz 2016 neben dem Antrag des «Connectional Table auch noch über zahlreiche weitere Anträge zum Bereich der menschlichen Sexualität werden entscheiden müssen. Bischof Ough hofft deshalb, dass die Delegierten den ausgearbeiteten Antrag «als Alternative in Erwägung ziehen werden, welche die Einheit der Kirche stärkt und uns erlaubt, gemeinsam als Kirche vorwärts zu gehen und uns auf unsere Mission zu konzentrieren.»

Im April 2015 hatte die Kommission für die Generalkonferenz beschlossen, eine alternative Vorgehensweise hinsichtlich der Bearbeitung rechtssetzender Anträge zu unterstützen. Die Delegierten an die Generalkonferenz 2016 müssten einer solchen Vorgehensweise, die sich auf Gespräche in Kleingruppen stützt, aber erst noch zustimmen.

Quelle: Connectional Table
Im Bild: Superintendentin Kennetha J. Bigham-Tsai erläutert die Arbeit ihres Teams, das den Entwurf des neuen Vorschlags formuliert hat